Von der Rehabilitation der Heiligen in das alltägliche Leben

Da mir nun schon länger und immer häufiger dieses Thema im Kopf rumspukt und es erst gestern für mich irgendwie wieder aktuell wurde, heute also ein kurzer Beitrag dazu.
Schon öfter ist mir aufgefallen, dass Heilige gar nicht mehr den Stellenwert im Glauben, der Kirche oder dem Leben überhaupt haben, wie es vielleicht früher einmal war. Ich bilde mir zumindest ein, dass es früher anders war, es wirkt auf mich so in Büchern, Geschichten, Erzählungen, Berichten… Es wirkt so, als hätte man früher öfter über Heilige gesprochen, als wären sie präsent gewesen.

Hl. Johannes Nepomuk ("Brückenheiliger"), auf der Alten Lahnbrücke in Limburg.

Hl. Johannes Nepomuk („Brückenheiliger“), auf der Alten Lahnbrücke in Limburg.

 

So, wie wir uns heute über Manuel Neuer als neuen Fußballstar oder über Kevin Spaceys neue Rolle als Francis Underwood unterhalten, ihr Leben und Wirken verfolgen, sie bewundern und sie irgendwie doch einen Teil unseres Freizeitvergüngens ausmachen – So stell ich es mir vor wurde früher über besonders heilige, fromme oder wundersame Menschen gesprochen. Sie standen vielleicht nicht in der Öffentlichkeit, ihr VIP-Status war nur auf eine kleine Gruppe Menschen beschränkt, aber dafür war der Wert ihres Wesens und ihres Lebens größer und heilsamer, als der von Herrn Neuer.

Setzen wir hier nicht einfach die Prioritäten falsch? Sollten wir unsere Vorbilder nicht auf einer anderen Ebenen suchen, als diese auf der wir uns selbst befinden? Es gibt doch eigentlich gar kein schöneres bestreben, als denen ähneln zu wollen die bereits ganz nah bei Gott sind und von denen wir wissen, dass sie für uns eben genau dies auch möchten.
Manuel Neuer ist es sicherlich egal, ob ich ihn bewundere und er kann für mich auch nichts tun – Er ist einfach auch nur ein Mensch, den im Prinzip dieselben Hürden und Steine in den Weg gelegt werden.

Immer mal wieder bin ich betrübt, wenn ich selbst feststelle, dass ich diesen besonderen Menschen, den von Gott für uns gesandten Menschen, so wenig Interesse entgegenbringe. Das ich mich so wenig mit ihnen „beschäftige“, sie nicht wirklich zu würdigen weiß. Das ich Angebot des Beistands, der Hilfe nicht wirklich zu schätzen und anzunehmen weiß. Mir kommt es häufig so vor, als würde gerade dadurch so viel verloren gehen und so viel Potenzial ungenutzt bleiben.
Daher freut es mich umso mehr, wenn ich hin und wieder durch andere Beiträge mal wieder daran erinnert werde, wen es da so alles gibt und was für Geschichten und Legenden sich um die ein oder andere „Figur“ ranken. 🙂 Zuletzt hier bei Andreas, hier bei Tarquinius oder hier bei Theresia (um drei sehr verschiedene Beispiele zu nennen).

Zuletzt, um auch auf den Titel des Beitrags zu sprechen zu kommen, zeigt es aber eben auch, dass bei dem ein oder anderen die Heiligen nicht out sind. Das sie lebendig sind, dass sie doch nur darauf warten, dass wir zu ihnen kommen. Das sie bewusst in unser Leben wiedereingegliedert werden können – Wenn wir das nur wollen.

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2 Kommentare

  1. In südlicheren Ländern, ich kenne das vor allem aus Malta, ist das ja durchaus auch noch üblich, dass z.B. Stadtpatrone sehr verehrt werden. In Malta gibt es im Sommer ständig irgendwo mehrtägige große Feste zu Ehren des jeweiligen Heiligen. Da gibt es richtiggehende Fanclubs. Also insofern durchaus vergleichbar mit weltlichen Idolen.

    Ich halte die Heiligenverehrung auch für etwas, was man sich ganz schwer selbst beibringen kann. Also, wenn man damit nicht aufgewachsen ist, ist es sicher nicht ganz so einfach… Sage ich, als Konvertitin, die bei diesem Thema etwas schleppend vorankommt….

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    1. Ich muss zugeben, dass ich mich mit anderen Länder(kulturen) eigentlich gar nicht auskenne oder damit befasse… Vielen Dank für die Info, das befördert Malta auf meine „Urlaubspläne-Liste“. 😉

      Was die Heiligenverehrung selbst und das „hineinwachsen“ angeht sprichst Du mir aus der Seele. Ich wurde selbst erst mit 17 getauft, bin also ebenso wenig damit aufgewachsen, und finde es auch schwierig da so richtig rein zu kommen und echte, tiefgehende Andacht zu entwickeln. Aber ich versuche es gerne immer wieder, ich finde es ein schönes Privileg das wir das haben dürfen und sollen. Das Thema übte auf mich von Anfang an eine gewisse Anziehung aus, aber wie mit allem muss man dran bleiben und es zu würdigen und lieben lernen. 🙂

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