Monat: November 2015

Die Feste und Zeiten der Kirche haben kein Ende

Freilich wünscht die Kirche nicht, daß wir am Ende des Kirchenjahres eine eigene Jahresabschlußandacht halten; warum? weil sie schon auf Erden ein Leben der Ewigkeit lebt. Ein Tag reiht sich an den anderen wie die Glieder einer Kette; das Ende des Kirchenjahres geht in den Anfang über wie ein Ring, der unendlich ist. Die Feste und Zeiten der Kirche haben kein Ende, sondern klingen aus in der Ewigkeit. Darum feiert die Kirche keinen Abschied vom alten Kirchenjahr.

Pius Parsch – Das Jahr des Heiles, III. Bd: Nachpfingstteil, S. 286.

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Das Licht des katholischen Glaubens beginnt zu leuchten

Maria ist immer der Maßstab der religiösen Gesundheit eines Katholiken und der Rechtgläubigkeit eines Theologen. Am Verhältnis zu Maria lässt sich meistens auch das Verhältnis zu Christus und den Dogmen ablesen.
So, wie sich der Mensch nach der Mutter sehnt, sehnt sich der Katholik nach der Gottesmutter. Schon die frühe Kirche hat Marinefeste eingeführt und der Gottesmutter eigene Titel wie die Gottesgebärerin zuerkannt. Im Zeitalter der Frauenbewegung ist die Verehrung der Muttergottes darum das denkbar Zeitgemäßeste. Gott hat sein Konzept des neuen Menschen zuerst an einer Frau >ausprobiert<. Dass der erste erlöste Mensch weiblich ist, ist ein Clou in der Religionsgeschichte.
Die Unbefleckte Empfängnis Martens steht am Anfang der neuen Schöpfung. Gott beginnt seine Schöpfung mit einer Frau ein zweites Mal. Dass der zweite Anlauf nicht mit einem Mann beginnt, hat eine gewisse Dynamik für unsere Zeit und auch für das Bild der Gottesmutter. Maria lässt sich nicht auf ein Attribut reduzieren. Die Christen verehren die Mutter Jesu nicht nur als demütige Magd, sondern auch als Königin und Schutzfrau. Maria ist eine lebendige Persönlichkeit mit vielen Facetten […]. Die Gottesmutter ist immer größer als unser Blick auf sie. Das gilt auch für die Glaubensaussagen über sie. Wer einen Glaubenssatz isoliert, steht schon in der Verengung. Dass Maria Jungfrau und Mutter ist, lehrt uns, dass im religiösen Bereich die Gegensätze, die wir von unserer Geschöpflichkeit her kennen, in dieser Form nicht mehr existieren. Mutter und Jungfrau ist genauso leicht oder schwer zu glauben wie der Satz: Gott ist gleichzeitig absolut barmherzig und absolut gerecht. Auch diese beiden Eigenschaften gehen im menschlichen Leben nicht zusammen. […]
Maria führt zu Christus — und wo Maria zu Christus führt, ereignet sich im authentischen Sinn des Wortes Kirche.

Wilhelm Imkamp, Sei kein Spießer, sei katholisch!, S.103 ff.

Worte vom Hl. Vater

Es herrscht eine gewisse Weltlichkeit vor. Die Weltlichkeit verformt die Seelen, sie erstickt das Bewusstsein für die Wirklichkeit. Ein verweltlichter Mensch lebt in einer Welt, die er selbst geschaffen hat. Er umgibt sich gleichsam mit abgedunkelten Scheiben, um nicht nach außen zu sehen. Es ist schwer, solche Menschen zu erreichen. Auf der anderen Seite sagt uns unser Glaube, dass Gott der immer zuerst Handelnde ist. Diese Gewissheit führt uns zunächst ins Gebet. Wir beten für alle Männer und Frauen in unserer Stadt, in unserer Diözese, und wir beten auch für uns selbst, dass Gott einen Lichtstrahl seiner Liebe schicke und durch die abgedunkelten Scheiben hindurch die Herzen anrühre, dass sie seine Botschaft verstehen. Wir müssen bei den Menschen sein mit der Glut derer, die als erste das Evangelium in sich aufgenommen haben.

Aus der Ansprache von Papst Franziskus an die deutsche Bischofskonferenz zu ihrem Besuch „Ad limina apostolorum“, Freitag, 20. November 2015

Hl. Elisabeth von Thüringen

Patronin der unschuldig Verfolgten und Notleidenden

 

O merciful God, enlighten the hearts of Your faithful people, and through the glorious prayers of blessed Elizabeth, make us look upon worldly prosperity as nought, and ever rejoice in heavenly consolation.*

        

*Aus der Kollekte der heutigen Messe

Trotzallem: Rom 2016!

Zum bald anbrechenden Jahr der Barmherzigkeit plante ich für nächstes Jahr an Ostern nach Rom zu reisen. Nach Rom wollte ich ohnehin schon lange nochmal, und über Ostern ist es sicher besonders schön… So weit der Plan.

Flüge und Hotels wurden gesucht, der Transfer und Metrolinien akribisch studiert… Sakralbauten, weltliche Touristenziele und (natürlich) der Strand, die unbedingt besucht werden wollten, wurden rausgesucht, auf Listen geschrieben, im Kopf schon die Routen geplant wie wann wo was am Besten… — Und plötzlich geschehen gerade jetzt Dinge, die in einem Zweifel wecken.

Kein Tag ohne neue Terrormeldungen… Warnungen über Warnungen, Ausnahmezustände die ausgerufen werden, Sicherheitsstufen die hochgestuft werden, Flughäfen die evakuiert werden, Flieger, die notlanden… Natürlich, die Gefahr war schon immer da, vielleicht ist sie wirklich nicht größer oder kleiner als zuvor. Aber, ich für meinen Teil, hab nun doch ein anderes Bewusstsein dafür entwickelt. Ich kann es nicht mehr so von mir schieben, so ignorieren… Bekanntlich ist der Mensch ja ein Wesen, der  Schlechtes verdrängt um überhaupt noch weiterleben zu können. Wie könnten wir jeden Morgen aufstehen und unser Leben hier leben, wo wir doch wissen das anderswo Kinder verhungern, unschuldige Menschen auf brutalste Weise ermordet oder schlimmeres werden… Wir verdrängen es. Wir wissen darüber bescheid, wir hören davon täglich – Aber dennoch ist es „weit weg“ und irgendwie sind wir doch auch damit aufgewachsen. Es ist eben so, dass immer irgendwo Krieg herrscht, dass es immer Nahrungsknappheit gibt, dass es irgendwo auf der Welt Menschen gibt denen es nicht so gut geht wie uns… Okay, jetzt bin ich irgendwie vom Thema abgekommen…

Zurück zu Rom. Nun ist es doch so, dass man sich zwei mal überlegt ob man die, na, ich möchte fast sagen Hauptstadt des Feindes besucht… Gleichsam finde ich es schrecklich, dass ich überhaupt darüber nachdenken muss, dass sich mir das aufdrängt. Das man darüber nachdenkt, ob man nun eine Papstmesse besucht, oder überhaupt den Vatikan und den Petersdom…

Ist es nicht genau das was die Terroristen erreichen wollen?

Ich schätze, ich werde diese Reise trotzdem antreten… Oder gerade deswegen? Wenn wir uns jetzt, augrund unserer Religion und unseres Glaubens verstecken, wenn wir uns nicht mehr trauen unsere Kirchen aufzusuchen… Wenn wir die Gemeinschaft meiden, anstatt sie aktiv zu suchen, setzen wir das falsche Zeichen. Trotzdem bleibt ein ungütes Gefühl… Doch setzen wir Gefühle an erste Stelle vergessen wir womöglich das Richtige zutun.

Heute mal wieder einen guten Morgen ;-)

Zum Weihefest der Basiliken St. Peter und St. Paul zu Rom… 🙂

How awesome is this place! This is none other than the house of God; this is the gate of heaven; and it shall be called the court of God.*

Keine Kirche aus Rom, aber trotzdem beeindruckend... Dom in Trier.

Nicht mal eine Kirche aus Rom, aber trotzdem beeindruckend… Dom in Trier.

From highest heaven, the Father’s Son,
Descending like that mystic stone
Cut from a mountain without hands,
Came down below, and filled all lands;
Uniting, midway in the sky,
His house on earth, and house on high.

That house on high, it ever rings
With praises of the King of kings;
Forever there, on harps divine,
They hymn th‘ eternal One and Trine;
We, here below, the strain prolong,
And faintly echo Sion’s song.

O Lord of lords invisible!
With thy pure light this temple fill:
Hither, oft as invoked, descend;
Here to thy people’s prayer attend;
Here, through all hearts, forevermore,
thy Spirit’s quick’ning graces pour.

Here may the faithful, day by day,
Their hearts‘ adoring homage pay;
And here receive from thy dear love
The blessings of that home above;
Till loosened from this mortal chain,
Its everlasting joys they gain.

To God the Father, glory due
Be paid by all the heavenly host;
And to his only Son most true;
With thee, O mighty Holy Ghost!
To whom, praise, power, and blessing be,
Through th‘ ages of eternity,
Amen.**

*Aus dem Introitus der heutigen Messe
**Hymnus zur Laudes (vom Tag), Rubriken von 1960

Es herrscht ein wenig Tohuwabohu

Diese Sache mit den Tugenden und Laster beschäftigt mich immer wieder mal. Manchmal mehr, manchmal weniger. Sollten sie wohl auch. Wäre schräg wenn nicht, oder?

Jedenfalls hatte ich erst gerade in den letzten Tagen mal wieder mit „alten Gewohnheiten“ zu kämpfen. Man weiß es ist falsch was man tut, und man sagt sich immer wieder man solle diese „Gewohnheiten“ doch sein lassen und es besser machen… Man nimmt es sich vor, immer und immer wieder… und dann scheitert man doch wieder. (mehr …)

#prayforparis! … und die restliche Welt geht uns nichts an?

Bereits wenige Stunden nach den schrecklichen Geschehnissen im Nachbarland macht der Hashtag in sozialen Medien seine Runde:

Pray for Paris

Beten wir für Paris. Natürlich. Für all die Opfer, deren Angehörige und alle die dort letzte Nacht und noch heute voller Angst und Schrecken sind.

Ich stelle mir jedoch die Frage – Wieso ruft man immer erst zum Gebet auf, wenn es „schon zu spät“ ist? Wieso muss immer erst etwas passieren?
Nach Je suis Charlie nun Je suis Paris. Gezeigte Solidarität… #prayforparis, weil das muss man ja… es ist etwas schreckliches passiert, was kann man noch tun, außer für das Land, die Stadt, die Menschen beten?
Vergessen tun wir dabei oft, dass auch andernorts jeden Tag solche Dinge geschehen… Das Menschen jeden Tag mit solcher Gewalt und Angst konfrontiert sind…Rosary

Versteht mich nicht falsch… Es freut mich, dass so viele, die sonst vielleicht nicht daran denken, nun zumindest einen kurzen Gedanken oder ein Gebet formulieren… #prayforparis ist nichts schlechtes… Aber es ist nicht nur Paris… Und es sollte auch nicht nur heute für Paris und andere Orte und Menschen gebetet werden.
Es sollte einfach nicht so sein, dass wir einen Hashtag brauchen um uns daran zu erinnern, was unsere stärkste Verteidigung und größter Schutz ist…
Es sollte nicht so sein, dass wir das Grauen und die Schrecken vor uns wegschieben… dass wir es abtun mit einem einfachen „geht mich nichts an“ – Solange bis es uns vielleicht doch etwas angeht.
Jeden Tag vergeuden wir so viel Zeit… Wieso fällt es so schwer, nur einen Bruchteil davon zu nehmen und für all jene zu beten, denen es nicht so gut geht, wie uns… Für jene, die verfolgt werden, die leiden, die nicht die Möglichkeit haben, sich in einer Spielerkabine einzuschließen… Aber auch für jene, die uns Nahe stehen, die wir lieben, die in unserem Leben eine wichtige Rolle einnehmen… Wieso beten für alle nicht bereits vorher, als erst danach?