Monat: Mai 2016

Agape und Philia

In einem Buch, das ich gerade lese ist der Begriff Philia als Freundschafts-Liebe gefallen. Er richtet sich auf Menschen, mit denen man besonders verbunden ist oder sein möchte.  

Eine Googlesuche und zwei Klicks weiter findet sich im direkten Zusammenhang auch der Begriff Agape, welcher mehr oder weniger als Synonym für die christliche Nächstenliebe gebraucht werden kann. 

Damit ist schon ziemlich deutlich, dass zwar jeder zur Agape aufgerufen ist, die Philia sich jedoch unabhängig davon entwickeln kann.
Bislang hab ich persönlich darin keinen Unterschied gesehen oder mir gar keine Gedanken dazu gemacht… Im Nachhinein macht es natürlich Sinn, dass es zwei Begriffe gibt und das man es unterscheidet – man ist schließlich nicht mit jedem dem man begegnet verbunden oder befreundet.
Dennoch frag ich mich, ob diese Formen rein homogen auftreten müssen oder ob es nicht auch unterschiedlichste heterogene Formen geben kann oder sogar muss… Was schließt aus, dass man sich nur auf bestimmten Ebenen verbunden fühlt? Oder das man gewisse Sichtweisen nicht teilt, aber dennoch nicht gleich die Freundschaft als gescheitert bezeichnet?
Ein bisschen ärgere ich mich manchmal über Begrifflichkeiten, ich fühle mich dann  in eine Ecke gedrängt wenn ich damit konfrontiert werde – als müsste ich nun all meine Freunde und Bekannten einteilen und mich strikt an die für den Begriff definierten Ordnungen halten. Dabei ist Sauerstoff und Stickstoff in seiner Reinform doch auch schädlich – als Gemisch erhält es uns jedoch am Leben. 😉  

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Zum Tage

Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.
Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er an den Namen des einzigen Sohnes Gottes nicht geglaubt hat.

Joh 3, 17-18

Weil der Herr das gesagt hat, mißbrauchen viele Untätige in der Größe ihrer Sünden und in ihrer übergroßen Leichtsinnigkeit die Barmherzigkeit Gottes. Sie sagen: Es gibt keine Hölle und keine Strafe; alle Sünden läßt Gott uns nach. Doch wir müssen bedenken, daß es eine zweifache Ankunft Christi gibt: jene, die schon geschehen ist, und eine, die noch kommen wird. Jene erste geschah nicht, um unsere Taten zu richten, sondern um sie nachzulassen. Die zweite jedoch wird nicht Vergebung, sondern das Gericht bringen. Von der ersten Ankunft sagt der Herr: Ich bin nicht gekommen, um die Welt zu richten. Denn da er milde ist, hält er nicht sogleich Gericht, sondern verleiht die Vergebung aller Sünden, zuerst durch die Taufe, dann durch die Buße. Hätte er das nicht getan, so wären wir alle verloren gegangen. Denn alle haben gesündigt und bedürfen der Gnade Gottes (Röm 3,23). Damit also keiner glaubt, er könne ungestraft sündigen, spricht er über die Strafe für den Ungläubigen: Wer glaubt, wird nicht gerichtet. [Wer nicht glaubt, ist schon gerichtet.] „Wer glaubt“ sagt er, nicht „Wer theologische Fragen stellt“. Was aber, wenn er ein unreines Leben hat? Genau solche Leute nennt Paulus „ungläubig“: Sie beteuern, Gott zu kennen, durch ihr Tun aber verleugnen sie ihn (Tit 1,16). Das bedeutet: Nicht seines Glaubens wegen wird er gerichtet, sondern seiner Taten wegen muß er eine schwerere Strafe erleiden.
 
Chrysostmos (Johannes von Antiochia), 349-407, Kirchenlehrer

Thomas von Aquin, Catena Aurea

Oratio 

Deus caeli, Deus terrae, Deus Angelorum, Deus Archangelorum, Deus Patriarcharum, Deus Prophetarum, Deus Apostolorum, Deus Martyrum, Deus Confessorum, Deus Virginum, Deus qui potestatem habes donare vitam post mortem, requiem post laborem: quia non est Deus praeter te, nec esse potest nisi tu, creator omnium visibilium et invisibilium, cuius regni non erit finis: humiliter majestati gloriae tuae supplicamus, ut ab omni infernalium spirituum potestate, laqueo, deceptione et nequitia nos potenter liberare, et incolumes custodire digneris. Per Christum Dominum nostrum.

Gebet aus dem Exorzismus von Papst Leo XIII

Ein bisschen was gruseliges… 


Ich dachte erst das sei ein echtes Baby, aber dank der Info weiß ich nun das es ein Wachschristkind im Rokokoschrein von etwa 1760 ist. Auf dem ersten Blick ist es dennoch eher furchterregend…

Das Altarbild zeigt den Abschied der Apostel Petrus und Paulus vor ihrem Martyrium. (Peter Rüggenberg, 1722)  

Das Ganze findet sich in der Neumünsterkirche in Würzburg. 

Nachdem ich meine Bilder durchsucht habe und leider nichts pfingstliches darunter war, wenigstens ein Bild vom Pfingsttag selbst. 

Ein gesegnetes Fest! 

Mutter der Völker 

Federico Barocci (1526-1612) – Königin der Völker – Uffizien, Florenz

Wenn schon für jeden Jünger
Jesu gilt: Ich vermache euch das Reich,
wieviel mehr für jene Mutter,
die uns Christus geboren hat?

Wenn schon für jeden Jünger
Jesu gilt: Ihr
sollt an meinem Tisch essen,
wieviel mehr für jene Frau,
die das Wunder erbat
bei der Hochzeit von Kana?

Wenn schon für jeden Jünger
Jesu gilt: Ihr
sollt auf den Thron sitzen,
wieviel mehr für jene Braut,
die ausharrte unter dem Kreuz?

Maria, wir rufen nicht zu dir um zeitliches Glück und um irdische Gaben. Erbitte uns vielmehr die Kraft, auszuharren in den Prüfungen, damit wir einst teilhaben an der Herrlichkeit, in der Christus lebt und in die er dich schon aufgenommen hat. Amen. 

Maria in den Werken alter Meister, Texte und Gebete von Gerhard Eberts

Kopfschütteln 

Jeden Tag laufe ich auf der Arbeit an einem kleinen Bücherregal vorbei. Oben drüber hängt ein Schild, dass es sich um Bücher des Franziskannerinnen-Ordens aus der Nähe handelt, und wenn man ein Buch nimmt man doch bitte eine Spende für die Projekte des Ordens hinterlassen solle. 

Ein wenig verwundert mich nur, mit welchen Büchern der Orden da „handelt“. Dort stehen größtenteils nämlich gar nicht katholische oder christliche Werke, wie man erwarten würde, sondern eher solche die einem Lebenshilfe geben wollen, wie man ohne Gott in der Welt zurecht kommt und wie man sich von Zwängen von Instituionen und ähnlichem befreit. Zwischendrin gibt es dann noch Bücher über Esoterische Formen und den Teufel als Sagengestalt. 

Da muss man sich doch fragen, was der Orden da einem wirklich mitteilen möchte… 

Sehnsuchtserweckung 

Papst Pius X.

Gott ist die fleckenlose Reinheit. Wer immer sich mit Jesus in der hl. Kommunion verbindet, erhebt sich deshalb wie eine unschuldige Taube über die schmutzigen Wasser dieser elenden Welt; er schwebt empor und findet seine Zuflucht im Schoß Gottes , der reiner ist als der makellose Schnee der Berge. 

Ansprache von Papst Pius X., 1912, an die Erstkommunionkinder