Buße

So geht Beichten

Quelle: So geht Beichten

Schade, dass bei der Begründung für die Beichte gar nicht auf die Versündigung gegen Gott eingegangen wird. Man merkt dem Priester richtig an, dass er das Wort „Sünde“ eigentlich am liebsten gar nicht in den Mund nehmen mag, und hier nur an das gute oder schlechte Gewissen appellieren möchte.
Wenn das Mädel am Ende dann auch noch gekniet hätte, anstatt nur dazusetzen (immerhin mit gefalteten Händen), wäre das noch schöner gewesen.
Gute Idee, an den Inhalten könnte man mMn vielleicht noch was arbeiten.

Eigentlich sollte das als Kommentar unter den verlinkten Beitrag, aber aus unerfindlichen Gründen hat das nicht geklappt. 😉

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Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxie…

…So kommt es einem zumindest vor, wenn man folgende Ausführungen zur Quadragesima in Rom liest. 😉

Der Eifer der einzelnen sollte die anderen ermuntern, die Erstlingsbegeisterung der Täuflinge sollte alle erbauen. Dann sollte der heilige Ort, die Kirche des Stationsheiligen, wirken. Sein Beispiel, sein Wort, ja seine Person stand lebendig vor der Gemeinde. Das war die Bekehrungsmethode der alten Kirche. Es half da beides zusammen: das opus operatum und das opus operantis oder die innere Wirksamkeit der Eucharistie mit der gewaltigen psychologischen Einwirkung, die der Stationsfeier innewohnte. Machen wir uns diese nur klar:
Die alte Kirche kannte die tägliche Meßfeier nicht, jetzt in der Quadragesima findet sie fast täglich statt; der Dominus apostolicus der Papst ist anwesend, die Täuflinge, die Büßer sind eine lebendige Predigt, der gemeinsame Zug, das Zusammenströmen vieler Gläubigen, die ehrwürdige Kirche, die Grabstätte eines verehrten Heiligen, die Predigt, alle diese psychologischen Mittel sind nicht zu übersehen.

Pius Parsch, Das Jahr des Heiles, 1929, S. 332 f.

Die Sache mit den Ablässen (mit hoffentlich hilfreichen Kommentaren…)

Der Katechismus der katholischen Kirche (okay, das Kompendium) schreibt:

Ablässe sind der Erlass einer zeitlichen Strafe vor Gott für Sünden, die hinsichtlich der Schuld schon vergeben sind. Einen solchen Erlass erlangt der Gläubige unter bestimmten Bedingungen für sich oder für die Verstorbenen durch den Dienst der Kirche, die als Vermittlerin der Erlösung den Schatz der Verdienste Christi und der Heiligen austeilt.

Zur jetzigen Zeit erlangt man einen solchen Ablass auch beim Durchschreiten einer sog. Heiligen Pforte, vorausgesetzt die Bedingungen sind erfüllt:

  • die innere Disposition des Freiseins von jeglicher Anhänglichkeit an die Sünde, auch die läßliche, hat
  • die sakramentale Beichte seiner Sünden vornimmt
  • die Allerheiligste Eucharistie empfängt
  • nach Meinung des Heiligen Vaters betet

Heißt das nun Praktisch:
Ich gehe beichten und tue das mir aufgelegte Bußwerk – Gehe bestenfalls direkt anschließend bei der Hl. Messe zur Kommunion – bete vielleicht anschließend nach der Meinung des Heiligen Vaters – laufe durch die Pforte und habe so meinen Ablass erhalten?

Gehen wir mal davon aus die oberen Bedingungen sind erfüllt, ich laufe durch diese Pforte am Kölner Dom und, wie es so kommen kann, werde von einem Teil des immerwährenden Gerüstes erschlagen… Kann ich dann davon ausgehen der Läuterungen im Purgatorium zu entgehen?
Andersherum, wenn ich schon, bevor ich den Dom überhaupt betreten habe von dem Gerüst erschlagen werde, ist das einfach doof gelaufen und schlechtes Timing?

Irgendwie tu ich mich mit dieser ganzen Thematik sehr schwer… Auch wenn man mir das vielleicht schon mehrfach zu erklären versucht hat, treiben mich immer wieder dieselben Fragen und Gedanken um…

Aus der heutigen Predigt

Einen netten Vergleich brachte unser Pater heute in der Predigt, in der es heute um das Sakrament der Beichte und Buße ging.

Er sagte man müsse doch regelmäßig beichten, um sich zu versöhnen und auch die Kommunion würdig empfangen zu können. Man könne nicht das eine (die Kommunion) so gerne jede Woche in Empfang nehmen, während man das andere (die Beichte und Buße) als „ungeliebtes Stiefkind“ behandele… Man könne ja auch nicht jede Woche das Sakrament der Ehe vollziehen, aber nur einmal im Jahr über seine Eheprobleme sprechen…

Wie wahr, wie wahr.

Unerwarteter Aufruf zur Beichte?

Ich gebe zu ‚ein wenig‘ interpretationswütig zu sein… Manchmal passiert das einfach. Statt dem Krinchen-Bienchen heute also ein Interpretations-Bienchen. Zuletzt passierte so was gestern wieder…
Im Radio lief das neue Lied der Band Silbermond mit dem Titel Leichtes Gepäck. Hier ein paar Zeilen, den kompletten Song kann man sich beim Klick aufs Cover anhören, wenn man möchte.

Silbermond-Cover

Eines Tages fällt dir auf
dass du 99% nicht brauchst
Du nimmst all den Ballast
und schmeisst ihn weg
Denn es reist sich besser
mit leichtem Gepäck

Nicht nur ein kleiner
Hofstaat aus Plastik auch
die Armee aus Schrott und Neurosen
auf deiner Seele wächst immer mehr
hängt immer öfter Blutsaugend an deiner Kehle
Wie Geil die Vorstellung wär
das alles loszuwerden
Alles auf einen Haufen
mit Brennpaste und Zunder
und es lodert und brennt so schön
Ein Feuer
in Kilometern noch zu seh’n

Ganz offensichtlich ist die Intention des Liedes sich von ‚Altlasten‘ zu trennen; ob nun materielle Gegenstände oder aber emotionale Eindrücke – Alles was man nicht (mehr) braucht soll verschwinden – Denn dann lässt es sich einfacher leben.
Bei der Stelle „[die] Armee aus Schrott und Neurosen auf deiner Seele wächst immer mehr“ drängt sich mir jedoch automatisch die Frage auf: Was soll ich dagegen tun? Wie kann ich diesen ‚Schrott‘ loswerden, um gut und ‚einfacher‘ durchs Leben zu gehen?

  • Möchte die Band (unbewusst) vielleicht doch vermitteln, dass man durch die Versöhnung, durch das Sakrament der Beichte (und Buße) Gepäck loswerden kann?
    Schließlich schmeißt seinen Ballast dort weg, man reist danach besser – Mit leicht[er]em Gepäck. 😉