Gedankenpalast

Mea Maxima Culpa

In meinen Entwürfen findet sich ein leerer Beitrag mit dieser Überschrift… Ich hab keinen blassen Schimmer was ich daraus machen wollte, aber grundsätzlich kann man das ja auch einfach mal so stehen lassen – spricht schließlich jeden an.


(Das sind mal viele Kerzen…)

Ora pro nobis, S. Antonine!

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Klick-Momente

Kennt ihr das:
Irgendein Thema beschäftigt euch gerade sehr, ihr grübelt darüber nach, lest Texte, schaut Videos, versucht Zusammenhänge zu verstehen… Aber der Groschen fällt einfach nicht so richtig, eure Gedankengänge kommen nicht bis zum Ende, ihr werdet ständig von anderen, neuen Gedanken überrannt, abgelenkt und am Ende wisst ihr genauso viel wie vorher, und seid frustriert, weil ihr es scheinbar nicht schafft euch zu fokussieren oder einfach nur mal zur Ruhe zu kommen.

Und dann kommt da dieses Ereignis, dieser Moment, das große AHA! Vielleicht erkennt ihr es anfangs gar nicht als das, vielleicht sind es irgendwelche Worte, die ihr einfach nur zufällig aufschnappt, oder ein Bild, ein Zitat, irgendetwas… Vielleicht merkt ihr zwar schon, da ist was besonderes dran, denn es geht euch nicht mehr aus dem Kopf – Vielleicht aber auch nicht.

Vor einigen Tagen kam mal wieder das neue Informationsblatt der Petrusbruderschaft bei mir an. Darin findet sich ein Artikel über die Tugend der Gelassenheit. Aus Prinzip lese ich ohnehin jeden Artikel, aber dieser interessierte mich wirklich, denn, wie ich auch beim Lesen bemerkte (und eigentlich auch vorher bereits wusste), hab ich ein großes Problem damit Gelassen zu sein/zu bleiben.
Dieser Artikel bzw. einfach das Thema des Artikels, dieses „Gelassen sein“ ging mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf. Es war zwar kein ständiges, permanentes daran denken, aber immer wenn es sich ergab oder aber, wenn Situationen eintraten, die man damit in Verbindung bringen kann, musste ich doch daran denken.

Gestern Abend unterhielt ich mich über das Thema Apokalypse (auch etwas was mir in letzter Zeit häufiger über den Weg läuft), dabei fiel dann folgenden Satz:

Deswegen sagte ein guter Theologe mal vor etwa fünfzig Jahren, man solle sich doch keinen Kopf wegen der ganzen Atomraketen machen – wenn Gott das Ende der Welt so gewollt hat, wo ist das Problem?

(Ich habe leider vergessen zu erfragen, welcher kluge Theologe das war…)

Und da war es dann. Einfach so. Dieser kluge Theologe hat recht. Da gab es eben kein Problem… Weder äußerlich, noch in mir. Gestern zeigte sich mir, dass dieses nachgrübeln und immer wieder drüber nachdenken über das „Gelassen sein“ am Ende tatsächlich doch etwas in mir bewirkt hat. Das es gar nicht so umsonst war und ist. Seit langer Zeit habe ich mal wieder das Gefühl alles hat seinen Sinn und vor allem – Man sollte sein Leben und all die Begleiterscheinungen mehr in Gottes Hand legen und seinem Willen vertrauen. 🙂

Der im christlichen Sinn „gelassene“ Mensch gründet seine ganze Existenz in Gott und seinem Willen. Daher bemüht er sich, die Prüfungen des Lebens nicht allzu schwer zu nehmen. Dieses tugendhafte Verhalten kann dann im besten Fall auch das „Herz“, d.h. das Gemüt und die Gefühle beruhigen und auch diese zu gelassener Stimmung führen.

Dankbarkeit für »große Kleinigkeiten«

Ganz passend zu dem Beitrag von heute Morgen, wollte ich (seit ein paar Tagen schon) mal wieder einen Einblick in meinen persönlichen Tohuwabohu-Gedankenpalast niederschreiben.

Neulich, von der Erkältung geplagt, lag ich nachts wach und dachte mal wieder über alles mögliche nach – Unter anderem auch über die Dankbarkeit bzw. das Dankgebet. Mir kam mal wieder so in den Sinn, dass es doch viel zu wenig Platz und Zeit bei mir in Anspruch nimmt… Das viele Dinge, die ich als Kleinigkeiten auffasse für mich eigentlich „Großigkeiten“ sein sollten – Auch wenn sie für Gott selbst wiederum doch Kleinigkeiten sind. Vermutlich. Wer weiß es schon.
Mir kam in den Sinn das ich für vieles alltägliche keinerlei Dank mehr verspüre – Oder vielleicht überhaupt nie verspürt habe.
Dass ich zu Hause in einer warmen Wohnung an einem Laptop sitzen kann, welcher über WLAN mit der großen, weiten Welt in Verbindung steht, während es draußen regnet und eisig ist… Oder aber, dass ich überhaupt jeden morgen die Möglichkeit habe aufzustehen, raus zu gehen, irgendwo hin zu fahren, was zu unternehmen, mit Menschen zusammen zu sein, die ich liebe… Verspüre ich dafür Dank? Nicht so oft und bewusst wie ich es wohl sollte.

Ich bin mir gar nicht wirklich bewusst darüber was ich alles in meinem Leben habe, was gar nicht sein müsste… Sei es materiell oder einfach „natürlich gegeben“. Jedes Mal muss ich wirklich überlegen und nachdenken, damit mir überhaupt mal wieder was vom Tag so einfällt, wofür ich am Abend danken kann… Und das ist irgendwie schon traurig.
Es könnte doch so leicht sein… Auch ohne all das was man tagsüber alles erlebt (wofür man sicher auch

Gnadenbild von Heiligenbronn

immer wieder aufs Neue dankbar sein kann), sollte einem ohne groß nachzudenken doch sofort genug einfallen, um zumindest ein kleines Dankgebet hinzubekommen…

Wieso schafft man es nicht einfach auch für nicht so unübersehbare Dinge dankbar zu sein? Warum verspürt man Dank immer nur dann, wenn gerade etwas passiert ist was man sich gewünscht hat oder wenn ein selbst empfundener Mangel ausgeglichen wird – Warum kann ich nicht am morgen aufstehen und Gott für all das großartige in meinem Leben danken – Eben genau für all das, was so alltäglich und selbstverständlich ist… Was man so als Kleinigkeit abtut… Obwohl doch gerade genau diese Kleinigkeiten das Leben und den Alltag so bereichern und man genau dadurch Gottes Nähe und Liebe am meisten spüren kann….. Wenn man sich dann einmal darauf einlässt.

Ich weiß nicht wie und ob man so was lernen kann… Am Ende bleibt wohl einfach dafür zu beten, dass man so was mehr sieht, dass man dem mehr Bedeutung zu kommen lassen kann – Das man vielleicht lernen kann mehr dankbar zu sein.
Vielleicht ist es auch eine Gnade um die man bitten muss… Irgendwo las ich vor kurzem das viele Gnaden nicht gewährt werden, weil man einfach nicht darum bittet… Oder vielleicht einfach nicht weiß, dass genau das  die Gnaden sind, welche man benötigt?

[Gedankenpalast] Marienverehrung

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Aus einer Kirche in München…

Ein wenig aufgewühlt von den Beiträgen und theologischen Spitzfindigkeiten auf den Nachbarblogs (hier und da), hinterfragte ich heute morgen erneut, ob und inwiefern man ein »richtiges« Marienbild haben kann und wie und ob mein persönliches Marienbild »angemessen« sei.

Vor einiger Zeit erzählte ich jemanden, dass ich das Gefühl habe, dass es doch falsch sei, dass ich im Alltag mehr den Beistand der Muttergottes erflehe, sie mehr um Dinge bitte und öfter den Rosenkranz betete als das Vater Unser (vereinfacht ausgedrückt, natürlich beinhaltet ja jeder Rosenkranz auch mehrere Vater Unser). Ich fragte um Rat, und bekam als Antwort, dass das „anfangs schon okay“ sei. Mit der Zeit würde sich das sicher ausgleichen.

Wie sieht es nun aus? Ich würde tatsächlich sagen das es sich etwas angeglichen hat – Jedoch aus falschen Gründen. Aus schlechtem Gewissen, schieb ich jedem „Mariengebet“ ein Gebet an die Trinität hinterher… Am Abend hat es sich nun immerhin eingebürgert, die drei „Ave Marias“ erst anschließend zu beten. Doch ganz allgemein im Alltag – Kommt für mich immer noch als erstes in den Sinn Zuflucht bei Unserer Lieben Frau zu suchen.

Mein Freund und Mitbewohner, der zwar selbst als Kind Messdiener war, kann mit „Maria und Heiligen“ jedoch wenig anfangen. Ihm fehlt schlicht das Wissen (und vielleicht der Glaube daran), was genau das eigentlich soll, mit Seligen, Heiligen, Maria – „Wozu brauche ich Fürsprecher und mach die Dinge nicht direkt selbst mit Gott aus?“

Warum erwähne ich das?

Nun, ich frage mich erneut, ab wann ist zu viel zu viel? Und wann zu wenig? MUSS ich als Katholik zwingend die Hilfe von Heiligen und Maria annehmen? Wie weit muss ich mich als Laie mit theologischen Grundsätzen und Fragestellungen auseinandersetzen, muss ich das überhaupt? Bin ich dazu, ohne fundiertes Hintergrundwissen und passenden wissenschaftlichen Methoden, welche man sich doch (hoffe ich) im geisteswissenschaftlichem Studium aneignet, überhaupt fähig? Mit meinem „Außerordentliche Behauptungen verlangen außerordentliche (empirische) Beweise“-Studium komm ich hier wohl nicht sehr weit. Wäre es aber eben nicht sinnvoll einige Dinge, gerade was grundsätzliches angeht, sich wirklich selbst anzueignen, anstatt es einfach nur zu „lesen und glauben“?

Die Diskussion über die „Co-Redemptrix“ Mariens zeigte mir deutlich wie wenig Ahnung ich hab. Klar, das ist nicht schlimm, man kann ja nicht immer alles wissen und deshalb werden solche Beiträge ja (auch) geschrieben. Das sich in mir dadurch irgendwelche Grundsatz-Gedanken und innerliche Diskussionen über die Marienverehrung an sich ergeben, war von den Schreibern wohl nicht beabsichtigt.

Ich befürchte nur leider, das mir meine Fragen niemand genau beantworten wird können. Das es ein „für sich selbst“ herausfinden ist. Man kann die Marienverehrung, oder überhaupt die Verehrung von Heiligen wohl nicht nach „Schema F“ lernen und anwenden. Es gibt keinen Leitfaden, keine Richtlinien. Beschwert man sich doch sonst so häufig, dass man so vieles in der katholischen Kirche und im Glauben vorgeschrieben bekommt, habe ich das Gefühl, dass da wo ich gerne eine Vorgabe hätte einfach Nichts ist.

Ich weiß nicht ob mein Marienbild angemessen ist. Ich weiß ja nicht mal ob ich es so nennen darf, wenn ich es nicht belegen kann… Ich glaube jedoch daran, dass Maria, als unserer aller Mutter uns nicht »im Stich lässt«, wenn wir sie brauchen und sie etwas tut, wenn wir sie darum bitten und es der Vorsehung Gottes entspricht.

Ob nun Miterlöserin oder nicht – Müssen wir uns darüber wirklich streiten? Diskussionen, die sich im Kreis drehen, weil doch jeder auf seinem Standpunkt stehen bleibt, gibt es doch schon genug… Ich denke nicht, dass die Muttergottes möchte, dass man sich wegen solch weltlicher (Ehren)Titel und Bezeichnungen entfremdet – Welche Bedeutung haben diese denn noch in der Ewigkeit? 😉

Ich dachte nicht das es ein solch langer Beitrag wird… Und das so früh am Morgen!

Eine Predigt, die Fragen aufwarf…

Heute Morgen war es mal wieder so weit – Neue Messe. Auch wenn ich wenig davon begeistert bin, war ich heute wirklich bereit dem ganzen noch einmal irgendwie ein Chance zu geben… Und am Anfang war ich auch noch ganz guter Dinge. Sogar das Confiteor wurde anfangs gesprochen!
Lesung und Evangelium waren vorbei und der Priester vorne begann seine Predigt. Gerechnet hab ich mit irgendetwas bezugnehmend zum Evangelium, Wundern, erstes Auftreten unseres Herrn etc. Predigtthema war dann jedoch die kommende Gebetswoche zur Einheit der Christen.
Er berichtete davon verschiedene Liturgien besucht zu haben – russisch-orthodoxe, koptische und eine Diaspora-Pfarrei. Und wie nicht anders zu erwarten war das große Überthema Ökumene.

Bis zu einem gewissen Punkt hab ich dem Priester vorne wirklich zugestimmt und war beeindruckt – An dem Punkt, an dem es dann aber hieß, wir sollten doch die Rechtgläubigkeit der anderen Christen gut heißen und nicht darauf bestehen bleiben, dass sie sich von uns getrennt haben, sondern viel mehr alle eins werden ohne auf die Unterschiede zu achten… Ich hab mich wirklich gefragt, ob es noch Sinn macht länger dort zu bleiben. Es gäbe doch schon immer Unterschiede in der Liturgie innerhalb der Kirche – Wieso dann nicht auch geeint mit Protestanten? Das seien doch nur theologische Spitzfindigkeiten die uns trennten… Am Ende sei es doch egal ob wir katholisch, evangelisch oder orthodox seien. Wir sollten darauf schauen was wir gemeinsam haben und nicht darauf was uns trennt.

Tja. Lassen wir das einfach mal so stehen. Worauf ich nämlich eigentlich hinaus möchte sind meine Gedanken und Fragen, die sich daran angeschlossen haben und seit dem in meinem Kopf rumgeistern. Ich schreibe sie einfach mal auf, vielleicht kann mir ja jemand die Fragen beantworten: Ist der geweihte Priester da vorne denn überhaupt noch katholisch? Gibt es wirklich eine Konsekration? Darf man daran überhaupt zweifeln, ob eine Wandlung stattgefunden hat? Wenn ich persönlich nicht mehr das Gefühl habe, dass da vorne jemand steht, der seinen Auftrag noch ernst nimmt, muss ich dann objektiv trotzdem an die Wandlung glauben? Ist das wieder nur so ein „subjektiv-objektiv“-Ding, bei dem es eigentlich egal ist, was ich selbst davon halte?

Ich finde es schon ein wenig bedrückend, dass ich aus einer Messe kam, bei der ich mich fragen musste, ob ich nun einem Messopfer beigewohnt habe oder nicht. Das sollte doch nicht passieren, oder?

Überbevölkerung nach der Auferstehung?

Gestern Abend war es mal wieder so weit… Eine wichtige Frage wurden in den Raum geworfen…
Das Thema des Abends war „Christi Wiederkunft und die damit verbundene Auferstehung des Fleisches“. Während ich immernoch Probleme habe mir das alles vorzustellen bzw. wohl ein paar falsche Bilder dazu im Kopf habe, fragte mein Mitbewohner plötzlich ganz trocken:

Ist die Welt denn dazu überhaupt groß genug? Die ist ja dann noch mehr überbevölkert!

Anschließend wurde mal in einer Statistik geguckt wie viele Katholiken es derzeit auf der Welt gibt: Leider keine ganz aktuellen Zahlen, aber im Jahr 2012 gab es 1,214 Milliarden* Katholiken, bei einer Weltbevölkerung von 7,089 Milliarden**. Das macht gerade einmal gut 17% der Weltbevölkerung aus… Gehen wir davon aus das 3/4 der Katholiken wirklich nach besten Wissen und Gewissen mit und nach dem Wort Gottes leben (denn 1,214 Mrd. sind es doch nur auf dem Papier…) würden alleine nach heutigem Stand 13% der Weltbevölkerung wieder auferstehen

Rechnen wir das auf die Jahrzehnte und Jahrhunderte um, früher wurden die Menschen nicht so alt, heute umso älter, nehmen wir als Mittelwert also einfach mal 55 Jahre an… Das wären gerundet 37 Generationen Katholiken bis heute.
Man muss nun wahrlich kein Mathe-Genie sein um zu sehen, dass nach der Auferstehung womöglich tatsächlich mehr Menschen auf der Erde wandeln als heutzutage auf dem Planeten leben! Und all die Menschen, die ja bereits vor dem Opfertod unseres Herrn gelebt haben, hab ich dabei gar nicht bedacht… Und die Anzahl der Menschen anderer Konfessionen, die durch die Barmherzigkeit unseres Herrn gerettet werden, deren Schätzwert aber gar nicht abzusehen ist, fehlt auch in der Gleichung.

Jetzt kann man natürlich sagen, dass dieser krasse Bevölkerungsanstieg ja erst vor kurzem begann – Im Jahr 1900 lebten schließlich gerade einmal 1,6 Mrd. Menschen auf der Welt (davor eher noch weniger) – Und davon 13%, ist ja nahezu nichts… Aber selbst wenn wir nur 550 Jahre lang durchschnittlich 1 Milliarden Menschen waren (mit dem Altersdurchschnitt von 55 Jahren) und davon wiederum die 13% berechnen sind wir schon über 1 Milliarde Menschen… Und noch ist die Wiederkunft nicht passiert und noch wächst die Weltbevölkerung weiter exponentiell an – Und noch, so hoffen wir, werden mehr und mehr zur Einheit der Kirche finden. Am Ende bleibt es also vielleicht doch eine ziemlich abstrakte Vorstellung wie die Auferstehung und all das drumherum aussehen mag. 😉

(Mal ganz ohne Auferstehung – Bereits vor zwei Jahren hat der deutsche Psychothriller-Autor Sebastian Fitzek mit seinem Buch Noah die deutsche Buchblogger-Gemeinde aufgerüttelt… Seine Leitfrage bei der Buchlesung: „Wie viel ist zu viel?“
Man mag nun von diesem Überbevölkerungsgerede halten was man möchte – Fakt ist jedoch, dass unsere Erde eben nur ein bestimmtes Kontingent an Ressourcen bietet – Verteilung hin oder her. Einig sind sich alle Wissenschaftler – Eigentlich sind wir jetzt schon zu viele – Zumindest mit dem Verhalten was die Menschheit an den Tag legt.)

* http://www.kath.net/news/35581
** http://data.worldbank.org/indicator/SP.POP.TOTL/countries?display=graph

Die Sache mit den Ablässen (mit hoffentlich hilfreichen Kommentaren…)

Der Katechismus der katholischen Kirche (okay, das Kompendium) schreibt:

Ablässe sind der Erlass einer zeitlichen Strafe vor Gott für Sünden, die hinsichtlich der Schuld schon vergeben sind. Einen solchen Erlass erlangt der Gläubige unter bestimmten Bedingungen für sich oder für die Verstorbenen durch den Dienst der Kirche, die als Vermittlerin der Erlösung den Schatz der Verdienste Christi und der Heiligen austeilt.

Zur jetzigen Zeit erlangt man einen solchen Ablass auch beim Durchschreiten einer sog. Heiligen Pforte, vorausgesetzt die Bedingungen sind erfüllt:

  • die innere Disposition des Freiseins von jeglicher Anhänglichkeit an die Sünde, auch die läßliche, hat
  • die sakramentale Beichte seiner Sünden vornimmt
  • die Allerheiligste Eucharistie empfängt
  • nach Meinung des Heiligen Vaters betet

Heißt das nun Praktisch:
Ich gehe beichten und tue das mir aufgelegte Bußwerk – Gehe bestenfalls direkt anschließend bei der Hl. Messe zur Kommunion – bete vielleicht anschließend nach der Meinung des Heiligen Vaters – laufe durch die Pforte und habe so meinen Ablass erhalten?

Gehen wir mal davon aus die oberen Bedingungen sind erfüllt, ich laufe durch diese Pforte am Kölner Dom und, wie es so kommen kann, werde von einem Teil des immerwährenden Gerüstes erschlagen… Kann ich dann davon ausgehen der Läuterungen im Purgatorium zu entgehen?
Andersherum, wenn ich schon, bevor ich den Dom überhaupt betreten habe von dem Gerüst erschlagen werde, ist das einfach doof gelaufen und schlechtes Timing?

Irgendwie tu ich mich mit dieser ganzen Thematik sehr schwer… Auch wenn man mir das vielleicht schon mehrfach zu erklären versucht hat, treiben mich immer wieder dieselben Fragen und Gedanken um…

Die schönen Messdiener (2)

Völlig am Thema vorbei (naja, ein wenig…) entbrannte nach veröffentlichen Beitrag über Frömmigkeit eine kleine Diskussion mit Unigenita, deren Inhalte ich noch einmal hier kurz zusammenfassen möchte (100 Kommentare liest ja kein Mensch).

  • es müssen mehr schnuckelige Messdiener her
    • ein Casting-Format á la „Der Super-Ministrant“ mit fachkundiger Jury wählt diese aus
    • im Recall findet bei Wackelkandidaten zunächst noch „Das große Umstyling“ statt – Wer es dann schafft, bekommt ein Ticket und ist dabei
    • nach bestandenem Recall werden jene in eine Art Hogwarts-Schule für Messdiener gebracht und ausgebildet… Schulfächer sind u.a. „Pflege liturgischer Geräte”, “Verteidigung gegen die dunklen Künste”, „fabelhafte Heilige und Engel“
    • nach fertiger Ausbildung stehen die frischgebackenen, gebildetet, bereits für eventuelle weiterführende Studien und natürlich schnuckeligen Messdiener der Kirche frei zur Verfügung…
  • diese locken dann die Single-Damen in die Messen
  • wenn wir grob rechnen und sagen auf einen Messdiener kommen mindestens zwei Frauen, bleiben immernoch 50% übrig – Die stehen dann dem „gemeinen Volk“ zur Verfügung
    • dadurch werden also auch gleichsam mehr Männer in die Messe gelockt
  • es fehlt noch eine  zufriedenstellende Lösung um die schwachen Momente des schwachen Geschlechtes nicht allzu sehr zu fördern
  • DIY ist im Trend – Und wenn Rom nichts tut…
  • das Konzept wurde in groben Zügen (die Beta-Version sozusagen) von Tarquinius bereits getestet… Laut eigener Aussage, hier nachzulesen 😉

Es könnte alles so schön und einfach sein…

Ein bisschen Spaß darf wohl sein… 😉

Wenn Messdiener die hl. Messe schöner machen… oder so.

Neulich sprach ich mal über die Frömmigkeit und darüber wann und woher man denn wissen wolle ob jemand fromm ist oder ob es nur so scheint.
Am Ende stand dann die Unterscheidung zwischen den frömmigen Handlungen und dem Handelnden selbst… Es ist eine fromme Handlung eine hl. Messe zu besuchen – Ob ich diese jedoch aus frommen Gründen besuche oder um den tollen Messdiener dort anzuhimmeln und zu beeindrucken kann niemand anderes beurteilen… Letztendlich bleibt die objektive Handlung des Messbesuchs (ob nun mit oder ohne Messdiener) jedoch fromm – Was wir dabei in unserem Herzen tragen weiß Gott allein… Aber das er es weiß sollte uns bewusst sein. 😉
Dem Thema der „wahren Frömmigkeit“ bin ich dann gestern nochmals in der Philothea begegnet.

Es gibt nur eine wahre Frömmigkeit, an falschen und irrigen Spielarten dagegen eine ganze Reihe. Wenn du die echte nicht kennst, kannst du dich leicht verirren und einer unbrauchbaren, abergläubischen nachlaufen.[…] Ein anderer hält sich für fromm, weil er täglich eine Menge Gebete heruntersagt, obwohl er nachher seiner Zunge alle Freiheit lässt für Schimpfworte, böse und beleidigende Reden gegen Hausgenossen und Nachbarn. […] Der andere verzeiht wohl seinen Feinden, seine Gläubiger befriedigt er aber nur, wenn ihn das Gericht dazu zwingt.
Gewöhnlich hält man alle diese Menschen für fromm, sie sind es aber keineswegs. Die Leute Sauls suchten David in seinem Haus; Michal legte in sein Bett eine Holzfigur, angetan mit Davids Kleidern, und täuschte ihnen vor, David liege krank danieder (1 Sam 19,11ff). So umhüllen sich auch viele Leute mit bestimmten Handlungen, die zur heiligen Frömmigkeit gehören, und die Welt hält sie deswegen für fromme, religiöse Menschen. In Wirklichkeit besitzen sie aber nur den Schein der Frömmigkeit.

Franz von Sales, Philothea, 1. Kapitel: Was ist wahre Frömmigkeit?

Trotzallem: Rom 2016!

Zum bald anbrechenden Jahr der Barmherzigkeit plante ich für nächstes Jahr an Ostern nach Rom zu reisen. Nach Rom wollte ich ohnehin schon lange nochmal, und über Ostern ist es sicher besonders schön… So weit der Plan.

Flüge und Hotels wurden gesucht, der Transfer und Metrolinien akribisch studiert… Sakralbauten, weltliche Touristenziele und (natürlich) der Strand, die unbedingt besucht werden wollten, wurden rausgesucht, auf Listen geschrieben, im Kopf schon die Routen geplant wie wann wo was am Besten… — Und plötzlich geschehen gerade jetzt Dinge, die in einem Zweifel wecken.

Kein Tag ohne neue Terrormeldungen… Warnungen über Warnungen, Ausnahmezustände die ausgerufen werden, Sicherheitsstufen die hochgestuft werden, Flughäfen die evakuiert werden, Flieger, die notlanden… Natürlich, die Gefahr war schon immer da, vielleicht ist sie wirklich nicht größer oder kleiner als zuvor. Aber, ich für meinen Teil, hab nun doch ein anderes Bewusstsein dafür entwickelt. Ich kann es nicht mehr so von mir schieben, so ignorieren… Bekanntlich ist der Mensch ja ein Wesen, der  Schlechtes verdrängt um überhaupt noch weiterleben zu können. Wie könnten wir jeden Morgen aufstehen und unser Leben hier leben, wo wir doch wissen das anderswo Kinder verhungern, unschuldige Menschen auf brutalste Weise ermordet oder schlimmeres werden… Wir verdrängen es. Wir wissen darüber bescheid, wir hören davon täglich – Aber dennoch ist es „weit weg“ und irgendwie sind wir doch auch damit aufgewachsen. Es ist eben so, dass immer irgendwo Krieg herrscht, dass es immer Nahrungsknappheit gibt, dass es irgendwo auf der Welt Menschen gibt denen es nicht so gut geht wie uns… Okay, jetzt bin ich irgendwie vom Thema abgekommen…

Zurück zu Rom. Nun ist es doch so, dass man sich zwei mal überlegt ob man die, na, ich möchte fast sagen Hauptstadt des Feindes besucht… Gleichsam finde ich es schrecklich, dass ich überhaupt darüber nachdenken muss, dass sich mir das aufdrängt. Das man darüber nachdenkt, ob man nun eine Papstmesse besucht, oder überhaupt den Vatikan und den Petersdom…

Ist es nicht genau das was die Terroristen erreichen wollen?

Ich schätze, ich werde diese Reise trotzdem antreten… Oder gerade deswegen? Wenn wir uns jetzt, augrund unserer Religion und unseres Glaubens verstecken, wenn wir uns nicht mehr trauen unsere Kirchen aufzusuchen… Wenn wir die Gemeinschaft meiden, anstatt sie aktiv zu suchen, setzen wir das falsche Zeichen. Trotzdem bleibt ein ungütes Gefühl… Doch setzen wir Gefühle an erste Stelle vergessen wir womöglich das Richtige zutun.