Glaubensalltag

Mea Maxima Culpa

In meinen Entwürfen findet sich ein leerer Beitrag mit dieser Überschrift… Ich hab keinen blassen Schimmer was ich daraus machen wollte, aber grundsätzlich kann man das ja auch einfach mal so stehen lassen – spricht schließlich jeden an.


(Das sind mal viele Kerzen…)

Ora pro nobis, S. Antonine!

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Klick-Momente

Kennt ihr das:
Irgendein Thema beschäftigt euch gerade sehr, ihr grübelt darüber nach, lest Texte, schaut Videos, versucht Zusammenhänge zu verstehen… Aber der Groschen fällt einfach nicht so richtig, eure Gedankengänge kommen nicht bis zum Ende, ihr werdet ständig von anderen, neuen Gedanken überrannt, abgelenkt und am Ende wisst ihr genauso viel wie vorher, und seid frustriert, weil ihr es scheinbar nicht schafft euch zu fokussieren oder einfach nur mal zur Ruhe zu kommen.

Und dann kommt da dieses Ereignis, dieser Moment, das große AHA! Vielleicht erkennt ihr es anfangs gar nicht als das, vielleicht sind es irgendwelche Worte, die ihr einfach nur zufällig aufschnappt, oder ein Bild, ein Zitat, irgendetwas… Vielleicht merkt ihr zwar schon, da ist was besonderes dran, denn es geht euch nicht mehr aus dem Kopf – Vielleicht aber auch nicht.

Vor einigen Tagen kam mal wieder das neue Informationsblatt der Petrusbruderschaft bei mir an. Darin findet sich ein Artikel über die Tugend der Gelassenheit. Aus Prinzip lese ich ohnehin jeden Artikel, aber dieser interessierte mich wirklich, denn, wie ich auch beim Lesen bemerkte (und eigentlich auch vorher bereits wusste), hab ich ein großes Problem damit Gelassen zu sein/zu bleiben.
Dieser Artikel bzw. einfach das Thema des Artikels, dieses „Gelassen sein“ ging mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf. Es war zwar kein ständiges, permanentes daran denken, aber immer wenn es sich ergab oder aber, wenn Situationen eintraten, die man damit in Verbindung bringen kann, musste ich doch daran denken.

Gestern Abend unterhielt ich mich über das Thema Apokalypse (auch etwas was mir in letzter Zeit häufiger über den Weg läuft), dabei fiel dann folgenden Satz:

Deswegen sagte ein guter Theologe mal vor etwa fünfzig Jahren, man solle sich doch keinen Kopf wegen der ganzen Atomraketen machen – wenn Gott das Ende der Welt so gewollt hat, wo ist das Problem?

(Ich habe leider vergessen zu erfragen, welcher kluge Theologe das war…)

Und da war es dann. Einfach so. Dieser kluge Theologe hat recht. Da gab es eben kein Problem… Weder äußerlich, noch in mir. Gestern zeigte sich mir, dass dieses nachgrübeln und immer wieder drüber nachdenken über das „Gelassen sein“ am Ende tatsächlich doch etwas in mir bewirkt hat. Das es gar nicht so umsonst war und ist. Seit langer Zeit habe ich mal wieder das Gefühl alles hat seinen Sinn und vor allem – Man sollte sein Leben und all die Begleiterscheinungen mehr in Gottes Hand legen und seinem Willen vertrauen. 🙂

Der im christlichen Sinn „gelassene“ Mensch gründet seine ganze Existenz in Gott und seinem Willen. Daher bemüht er sich, die Prüfungen des Lebens nicht allzu schwer zu nehmen. Dieses tugendhafte Verhalten kann dann im besten Fall auch das „Herz“, d.h. das Gemüt und die Gefühle beruhigen und auch diese zu gelassener Stimmung führen.

So geht Beichten

Quelle: So geht Beichten

Schade, dass bei der Begründung für die Beichte gar nicht auf die Versündigung gegen Gott eingegangen wird. Man merkt dem Priester richtig an, dass er das Wort „Sünde“ eigentlich am liebsten gar nicht in den Mund nehmen mag, und hier nur an das gute oder schlechte Gewissen appellieren möchte.
Wenn das Mädel am Ende dann auch noch gekniet hätte, anstatt nur dazusetzen (immerhin mit gefalteten Händen), wäre das noch schöner gewesen.
Gute Idee, an den Inhalten könnte man mMn vielleicht noch was arbeiten.

Eigentlich sollte das als Kommentar unter den verlinkten Beitrag, aber aus unerfindlichen Gründen hat das nicht geklappt. 😉

Erbauliches aus der Bibel

Dieselbe Stelle in verschiedenen Übersetzungen….

Erschienen ist ja die Gnade Gottes als Heil für alle Menschen. Sie leitet uns an, daß wir uns lossagen von der Gottlosigkeit und von den weltlichen Lüsten und besonnen, gerecht und fromm in dieser Welt leben im Warten auf die selige Hoffnung und das Erscheinen der Herrlichkeit unseres großen Gottes und Heilandes Jesus Christus. Er gab sich für uns hin, um uns loszukaufen von aller Ungerechtigkeit und für sich ein reines Volk zu bereiten, das ihm zu eigen ist und eifrig im Wirken des Guten. So rede und mahne und weise zurecht mit aller Entschiedenheit. Niemand soll gering von Dir denken.

Denn es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen und nimmt uns in Zucht, dass wir absagen dem ungöttlichen Wesen und den weltlichen Begierden und besonnen, gerecht und fromm in dieser Welt leben und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unseres Heilands Jesus Christus, der sich selbst für uns gegeben hat, damit er uns erlöste von aller Ungerechtigkeit und reinigte sich selbst ein Volk zum Eigentum, das eifrig wäre zu guten Werken. Das sage und ermahne und weise zurecht mit ganzem Ernst. Niemand soll dich verachten.

Tit 2:11-15

Zum letzten Mal Dr. Casel

»Als das All im tiefsten Schweigen lag und die Nacht die Mitte ihres Laufes erreichte, da stieg dein allmächter Logos, Herr, vom Himmel zu seinem königlichen Sitze herab.«
Die Worte stammen aus dem Buch der Weisheit (Kap. 18) und beschreiben zunächst das Herabkommen des Würgengels auf Ägypten. In der Weihnachtszeit gesungen, erinnern sie uns beim ersten Hören an die stille Weihnacht, in der Christus geboren wurde. Aber die Gegenüberstellung von Schweigen und Logos deutet Tieferes an. Sie zeigt uns, daß der göttliche Logos nur dort erscheinen kann, wo alles Irdische schweigt. Nacht muß es sein, wo das Licht Gottes aufstrahlt, Schweigen muß herrschen, wo Gottes Stimme vernehmbar werden soll.

Dr. Odo Casel, Die Liturgie als Mysterienfeier, 1922

Immer dasselbe… neue Messe 

Ich weiß gar nicht wie oft es noch passieren wird, aber immer wieder aufs Neue bin ich neu erschrocken und frag mich wie das sein kann… Heute mal wieder „neue Messe“ in der Heimatpfarrei. Ich glaub da kann man gar nicht mal mehr von neuer Messe sprechen… Aber vielleicht beurteilt das ja der ein oder andere etwas anders… 

Der Einzug war, erstaunlicherweise, ganz schön. Heute waren mal wieder die Erstkommunionkinder da, weswegen natürlich ein bisschen was erklärt werden sollte… (Und wir wunderten uns schon, dass die Kirche so voll war!) 

Ich zähle mal die Punkte auf, die mich hier zweifeln lassen… 

  • Das gesungene Credo (mal wieder von einem ausliegenden Zettel) erwähnt weder die Muttergottes, noch die Kirche, noch den heiligen Geist –  dafür immerhin die Gemeinschaft
  • Messdiener haben es auch nicht mehr nötig an irgendeiner Stelle der Messe zu knien 
  • Selbst der Diakon neigt beim Betreten des Altarraumes nicht mal mehr den Kopf 
  • Von der Kommunionhelferin brauchen wir ja gar nicht zu reden  
  • heute hat man nur noch gerade so mit bekommen das die Wandlung beginnt … Und das Wort „Wandlung“ hat das was da heute veranstaltet wurde eigentlich nicht verdient 
  • Der Pfarrer erklärte dann heute den Kommunionkindern was denn das so ist was er da macht … Wir feiern da das Abendmahl, deswegen singen wir da auch noch das Lied vom Abendmahl… Nicht mit einer Silbe wurden die Worte „heiliges Sakrament“, „Unblutiges Opfer“, „Wandlung in Leib und Blut“, „Eucharistie“ oder „wahrhafte Präsens“ erwähnt… 
  • Vor der Kommunionausteilung wurden dann natürlich alle Getauften (immerhin nur die, die Erstkommunion bereits hatten) aufgefordert zur Kommunion zu gehen – Kein Wort davon, dass man frei von schwerer Sünde sein muss … Überhaupt wird das Sakrament der Versöhnung nicht mehr erwähnt (noch wirklich angeboten in der Pfarrei)

Zum Schluss wurde dann „Danke für diesen guten Morgen“ gesungen… Welch Ironie.

Dankbarkeit für »große Kleinigkeiten«

Ganz passend zu dem Beitrag von heute Morgen, wollte ich (seit ein paar Tagen schon) mal wieder einen Einblick in meinen persönlichen Tohuwabohu-Gedankenpalast niederschreiben.

Neulich, von der Erkältung geplagt, lag ich nachts wach und dachte mal wieder über alles mögliche nach – Unter anderem auch über die Dankbarkeit bzw. das Dankgebet. Mir kam mal wieder so in den Sinn, dass es doch viel zu wenig Platz und Zeit bei mir in Anspruch nimmt… Das viele Dinge, die ich als Kleinigkeiten auffasse für mich eigentlich „Großigkeiten“ sein sollten – Auch wenn sie für Gott selbst wiederum doch Kleinigkeiten sind. Vermutlich. Wer weiß es schon.
Mir kam in den Sinn das ich für vieles alltägliche keinerlei Dank mehr verspüre – Oder vielleicht überhaupt nie verspürt habe.
Dass ich zu Hause in einer warmen Wohnung an einem Laptop sitzen kann, welcher über WLAN mit der großen, weiten Welt in Verbindung steht, während es draußen regnet und eisig ist… Oder aber, dass ich überhaupt jeden morgen die Möglichkeit habe aufzustehen, raus zu gehen, irgendwo hin zu fahren, was zu unternehmen, mit Menschen zusammen zu sein, die ich liebe… Verspüre ich dafür Dank? Nicht so oft und bewusst wie ich es wohl sollte.

Ich bin mir gar nicht wirklich bewusst darüber was ich alles in meinem Leben habe, was gar nicht sein müsste… Sei es materiell oder einfach „natürlich gegeben“. Jedes Mal muss ich wirklich überlegen und nachdenken, damit mir überhaupt mal wieder was vom Tag so einfällt, wofür ich am Abend danken kann… Und das ist irgendwie schon traurig.
Es könnte doch so leicht sein… Auch ohne all das was man tagsüber alles erlebt (wofür man sicher auch

Gnadenbild von Heiligenbronn

immer wieder aufs Neue dankbar sein kann), sollte einem ohne groß nachzudenken doch sofort genug einfallen, um zumindest ein kleines Dankgebet hinzubekommen…

Wieso schafft man es nicht einfach auch für nicht so unübersehbare Dinge dankbar zu sein? Warum verspürt man Dank immer nur dann, wenn gerade etwas passiert ist was man sich gewünscht hat oder wenn ein selbst empfundener Mangel ausgeglichen wird – Warum kann ich nicht am morgen aufstehen und Gott für all das großartige in meinem Leben danken – Eben genau für all das, was so alltäglich und selbstverständlich ist… Was man so als Kleinigkeit abtut… Obwohl doch gerade genau diese Kleinigkeiten das Leben und den Alltag so bereichern und man genau dadurch Gottes Nähe und Liebe am meisten spüren kann….. Wenn man sich dann einmal darauf einlässt.

Ich weiß nicht wie und ob man so was lernen kann… Am Ende bleibt wohl einfach dafür zu beten, dass man so was mehr sieht, dass man dem mehr Bedeutung zu kommen lassen kann – Das man vielleicht lernen kann mehr dankbar zu sein.
Vielleicht ist es auch eine Gnade um die man bitten muss… Irgendwo las ich vor kurzem das viele Gnaden nicht gewährt werden, weil man einfach nicht darum bittet… Oder vielleicht einfach nicht weiß, dass genau das  die Gnaden sind, welche man benötigt?

Vom Ertragen.

Schau oft geistigerweise auf den gekreuzigten, nackten, gelästerten, verleumdeten, verlassenen und mit aller Traurigkeit und Leiden beladenen Jesus. Bedenke, daß alle Deine Leiden weder in der Art noch im Ausmaß auch nur im geringsten damit verglichen werden können, daß Du niemals etwas für ihn leiden wirst, was dem Wert seines Leidens für Dich gleichkäme. 

Franz von Sales – Philothea  

»Geheimnisvolle« Religion

Die ganze Quadragesima hindurch waren sie, wie wir schon gesagt haben, im Glauben und in der Sittenlehre unterwiesen worden. Gegen Ende der Vorbereitungszeit wären ihnen auch das «Vaterunser» und das Symbolum fidei, das Glaubensbekenntnis, anvertraut worden, die kein Profaner kennen darf, und die sie daher keinen mitteilen, ja nicht einmal aufschreiben durften, sondern auswendig lernen mußten. Das Wort «Symbolon» erinnert uns sofort an die geheimen Formeln der Mysterien, an denen sich die Eingeweihten erkannten, und der hl. Augustinus sagt uns auch (Sermo 214), daß an «dem Bekenntnis des Symbols wie an einer Lösung der gläubige Christ erkannt wird». Über die eigentlichen Mysterien aber, d.h. die großen liturgischen Einweihungsriten mit ihrer wunderbaren Gnadenwirkungen, war ihnen nichts gesagt worden. Denn Uneingeweihten davon zu sprechen wäre eine Profanation, und außerdem kann über sie nichts verstandesmäßig gelernt werden: sie muß man erfahren und erleben.

Dr. Odo Casel O.S.B., Die Liturgie als Mysterienfeier, 1922, S.84

Nicht so viel reden – einfach machen und wirken lassen – Super! 😉