Kirche

St. Nikolaus (Bad Ischl)

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Thronfest des hl. Apostels Petrus

Petrus

Hl. Petrus, St. Aposteln Köln

Paulus

Hl. Paulus, St. Aposteln Köln

Deus, qui beáto Petro Apóstolo tuo, collátis clávibus regni coeléstis, ligándi atque solvéndi pontifícium tradidísti: concéde; ut, intercessiónis eius auxílio, a peccatórum nostrórum néxibus liberémur

O Gott, Du übergabest Deinem hl. Apostel Petrus die Schlüssel des Himmelreiches und damit die Hohepriestergewalt des Bindens und Lösens; so gib, daß wir mit Hilfe seiner Fürbitte von den Fesseln unsrer Sünden befreit werden.*

Deus, qui multitúdinem géntium beáti Pauli Apóstoli prædicatióne docuísti: da nobis, quaesumus; ut, cuius commemoratiónem cólimus, eius apud te patrocínia sentiámus.

O Gott, Du hast die Heidenwelt durch die Predigt des hl. Apostels Paulus belehrt; wir bitten Dich: gib uns, die wir sein Gedächtnis begehen, die Gnade, an uns die Macht seiner Fürsprache bei Dir zu erfahren.**

*Oratio, Rubriken von 1962
**2. Oratio, Rubriken von 1962

Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxie…

…So kommt es einem zumindest vor, wenn man folgende Ausführungen zur Quadragesima in Rom liest. 😉

Der Eifer der einzelnen sollte die anderen ermuntern, die Erstlingsbegeisterung der Täuflinge sollte alle erbauen. Dann sollte der heilige Ort, die Kirche des Stationsheiligen, wirken. Sein Beispiel, sein Wort, ja seine Person stand lebendig vor der Gemeinde. Das war die Bekehrungsmethode der alten Kirche. Es half da beides zusammen: das opus operatum und das opus operantis oder die innere Wirksamkeit der Eucharistie mit der gewaltigen psychologischen Einwirkung, die der Stationsfeier innewohnte. Machen wir uns diese nur klar:
Die alte Kirche kannte die tägliche Meßfeier nicht, jetzt in der Quadragesima findet sie fast täglich statt; der Dominus apostolicus der Papst ist anwesend, die Täuflinge, die Büßer sind eine lebendige Predigt, der gemeinsame Zug, das Zusammenströmen vieler Gläubigen, die ehrwürdige Kirche, die Grabstätte eines verehrten Heiligen, die Predigt, alle diese psychologischen Mittel sind nicht zu übersehen.

Pius Parsch, Das Jahr des Heiles, 1929, S. 332 f.

Catechismus romanus

Allein, wenn schon diese Verkündigung des göttlichen Wortes niemals in der Kirche unterlassen werden darf, so ist doch sicher in unserer Zeit mit größerem Eifer und Frömmigkeit dahin zu arbeiten, dass die Gläubigen mit der gesunden und unverfälschten Lehre wie mit einer Speise des Lebens genährt und gekräftigt werden; denn es sind falsche Propheten in der Welt ausgegangen, von denen der Herr sagte: «Nicht sandte ich Propheten, aber sie liefen; nicht sprach ich zu ihnen, aber sie weissagten», um durch allerlei fremde Lehren die Gemüter der Christen zu verderben. Und darin ist ihre Gottlosigkeit, mit allen Kunstgriffen des Satans ausgerüstet, so weit fortgeschritten, dass es fast scheint, sie könne in keine bestimmten Grenzen mehr zurückgedämmt werden; und dürften wir uns nicht auf jene herrliche Verheissung unseres Erlösers stützen, welcher versichert hat, er habe die Grundlage seiner Kirche so fest gelegt, dass die Pforten der Hölle sie nie überwältigen könnten; so stünde sehr zu befürchten, dass sie in dieser Zeit, von so vielen Feinden rings umlagert, von so vielen Sturmwerkzeugen angegriffen und bestürmt, zusammenstürzen würden. […]
Der ganze Lehrinhalt, welcher den Gläubigen verkündet werden soll, is aber im Wortes Gottes enthalten, welches in die Schrift und die Überlieferungen eingeteilt ist; darum werden die Hirten in der Betrachtung dieser Gegenstände Tag und Nacht verweilen, eingedenk jener Mahnung des heiligen Paulus, welche er an Timotheus schrieb und welche alle, die nur immer mit der Seelsorge betraut sind, auf sich beziehen werden. Diese Mahnung lautet aber so: «Fahre fort mit der Vorlesung, Ermahnung und dem Unterrichte»; denn «jede von Gott eingegebene Schrift ist nützlich zur Belehrung, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit, auf dass der Mensch Gottes vollkommen sei, zu jeglichem guten Werke geschickt.»

Der römische KatechismusS.7 ff., 1993

Übersetzt nach der zu Rom 1855 veröffentlichten Ausgabe

Ich empfand den ersten Teil des oben genannten Zitates heute ebenso aktuell wie damals. Der zweite Teil gibt mir hier und dort jedoch zu denken… 

Deo Gratias

Gestern hat die liebe Theresia vom Nachbarblog einige nette Zeilen zum Thema „Neujahresvorsätze“ verfasst. Besonders schön fand ich dabei folgenden Gedankengang:

Dieser Liste würde ich gern etwas hinzufügen: Ich möchte in geistlich-kirchlich-liturgisch-glaubenstechnischen Dingen weniger meckern und mehr erbauen. Weniger negativ, mehr positiv denken, sprechen, handeln. Denn ich glaube, das ist es, was uns wirklich voranbringt.

Tarquinius schrieb einige Minuten zuvor ein sehr schönes „persönliches Glaubenszeugnis“ (wenn es auch nur den geringsten Teil des Beitrags ausmachte), welches mir sehr Nahe ging.

Ich selbst erstand meinen ersten selbstgekauften Rosenkranz, gerade, als ich mich erstmals intensiver mit dem Glauben auseinandersetzte, in Schönstatt. Mag man von allem Drumherum halten, was man will …  mit dem Nunquam peribit begann mein Weg zum und in den Glauben, dort, vor dem ausgesetzten Allerheiligsten … und mit dem Nunquam peribit, so bitt‘ ich, wird mein Lebensweg hoffentlich auch einmal enden, komme, was da wolle.

 

Kurzum, find ich es eine sehr schöne Fügung, dass diese beiden Beiträge unabhängig voneinander geschrieben wurden und sich doch gleichsam sehr schön ergänzen und sich ein wenig ineinanderfügen. Denn, wie oben schon gesagt: „Das ist es, was uns wirklich voranbringt.“

Danke euch beiden für die Beiträge! 🙂

 

Das Supplices – tiefgebeugt – ist sozusagen der körperliche Ausdruck für das, was die Bibel Demut nennt.

So ist das Supplices eine Gebärde von großem Tiefgang; sie erinnert uns körperlich an die seelische Haltung, die dem Glauben wesentlich ist. Erstaunlicherweise haben mehrere moderne Übersetzungen das Supplices einfach weggelassen. Vielleicht hielten sie den körperlichen Ausdruck, der damit in der Tat verschwunden ist, für unwichtig; vielleicht auch für unschicklich für einen modernen Menschen. Sich vor Menschen zu beugen, um ihre Gunst zu erwerben, ist in der Tat unangemessen. Aber sich vor Gott zu beugen ist nie unmodern, weil es der Wahrheit unseres Seins entspricht. Und wenn der moderne Mensch es verlernt haben sollte, dann ist es um so mehr unsere Aufgabe als Christen in der modernen Welt, es wieder zu erlernen und es auch unsere Mitmenschen zu lehren.

Joseph Ratzinger, Der Geist der Liturgie, S. 176 ff.

Zum Hochfest

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Anbetungsszene, Marienstatt

Heute ist erschienen Gottes Herrlichkeit,
Licht vom ewgen Lichte bricht die Dunkelheit
daß die Weisen schauen den Geheimnisstern
und zur Krippe wandern her aus weiter Fern.

Bei des Herren Taufe von dem höchsten Thron
Gott des Vaters Stimme zeugte für den Sohn.
Auf der Taube Schwingen stieg der Geist herab,
der dem Täufer Glaube und Erkenntnis gab.

Und zum andern Male wird es offenbar
in dem Hochzeitssaale vor der Gäste Schar,
als sein göttlich Walten Wein aus Wasser schafft.
Die solch Wunder schauen, schauen Gottes Kraft.

Leucht in unsre Herzen, Licht der dunklen Welt,
Deines Glanzes Klarheit unsre Nacht erhellt.
Friede, Freude, Leben birgt Dein heller Schein.
Laß uns all, wir bitten, Lichtes Kinder sein.

Aus dem Meißner Gesangbuch
Johannes Cramer – Das Jahr des Heils im deutschen Gedicht, S. 47 ff.