Liturgisches

Schöner als gestern…

Limburger Dom

Limburger Dom

O God, Who taught vast numbers of the Gentiles by the preaching of the blessed Apostle Paul, grant we beseech You that, by honoring his memory, we may enjoy the benefit of his patronal intercession.

O God, Who, when giving blessed Peter, Your Apostle, the keys of the heavenly kingdom bestowed on him the power of binding and loosing, grant that by the help of his intercession we may be delivered from the bonds of our sins.*

Oration vom Tage, Rubriken 1960

Was könnte man besseres tun…

… Als so einen schönen Morgen mit so einem schönen Thema beginnen zu lassen 🙂 

 
Das Buch, Die heilige Messe, Johannes Brinktrine (1934), (derzeit auf Seite 132, §23 Die Opferung des Brotes) gefällt mir wirklich sehr gut…bis auf ein, zwei Kleinigkeiten, die aber mehr an der Unwissenheit meinerseits liegen. Es ist wirklich interessant und ich hab schon viel neues erfahren können, auch viel außergewöhnlich neues. Ich danke sehr für den Lesetipp. 🙂

Thronfest des hl. Apostels Petrus

Petrus

Hl. Petrus, St. Aposteln Köln

Paulus

Hl. Paulus, St. Aposteln Köln

Deus, qui beáto Petro Apóstolo tuo, collátis clávibus regni coeléstis, ligándi atque solvéndi pontifícium tradidísti: concéde; ut, intercessiónis eius auxílio, a peccatórum nostrórum néxibus liberémur

O Gott, Du übergabest Deinem hl. Apostel Petrus die Schlüssel des Himmelreiches und damit die Hohepriestergewalt des Bindens und Lösens; so gib, daß wir mit Hilfe seiner Fürbitte von den Fesseln unsrer Sünden befreit werden.*

Deus, qui multitúdinem géntium beáti Pauli Apóstoli prædicatióne docuísti: da nobis, quaesumus; ut, cuius commemoratiónem cólimus, eius apud te patrocínia sentiámus.

O Gott, Du hast die Heidenwelt durch die Predigt des hl. Apostels Paulus belehrt; wir bitten Dich: gib uns, die wir sein Gedächtnis begehen, die Gnade, an uns die Macht seiner Fürsprache bei Dir zu erfahren.**

*Oratio, Rubriken von 1962
**2. Oratio, Rubriken von 1962

Die „mysteriöse“ Sprache

Auch die Form, in der die Liturgie gefeiert wird und die ja aus ihrem Mysteriencharakter hervorwächst, nimmt teil an dieser zugleich schützenden und verherrlichenden Kraft. Die Symbole zeigen an und verhüllen. Hier liegt auch der tiefste Grund, weshalb die Liturgie nicht in der Sprache des Alltags, sondern in altehrwürdiger Kultsprache gehalten wird. Zeiten rationalistischer Aufklärung, die den Hauptwert des Gottesdienstes in sittlicher Belehrung und Erziehung zu guten Staatsbürgern fand, nahmen immer wieder daran Anstoß. Demgegenüber wiesen erleuchtete Geistesmänner auf die tiefe Bedeutung einer altgeheiligten, erhabenen Sprache für den Kult hin. Aus der Fülle der Gründe, die dafür sprechen, heben wir unserem Thema entsprechend nur einen hervor:  Die Liturgie will in erster Linie Verehrung Gottes sein. Deshalb muss ein Schimmer von der Heiligkeit und Majestät Gottes auf sie fallen. Würde sie aber in der Sprache des alltäglichen Verkehrs gehalten, so würde der zarte Duft einer höheren Weihe von ihr gewischt. Der feingewirkte Schleier der fremden Sprache, der auch für den der Sprache Kundigen den heiligen Text in eine höhere Sphäre erhebt und mit geheimnisvoller Würde umwittert, gibt der Liturgie ein größeres Ansehen und einen überirdischen Glanz. Auch der zweite Zweck der Liturgie, der mit dem ersten im Grunde zusammenfällt, die Heiligung der Seelen, wird durch die alte Sprache nicht gehemmt, sondern eher gefördert. Denn nicht Belehrung des Verstandes und Erziehung des Willens ist das, was die Mysterien zunächst anstreben, sondern ein innerliches Erfahren des göttlichen, übernatürlichen Lebens. Das Heilige aber wirkt in erster Linie nicht auf den Verstand oder den rationalen Willen, sondern auf die Seele.  Das geheimnisvolle Schweigen, das schließlich auch in der Anwendung einer fremden Sprache liegt, redet aber lauter von der Heiligkeit Gottes als die eindringlichste Belehrung. Der Mensch strebt zudem gerade im Gottesdienst über sein gewöhnliches Dasein hinaus; unwillkürlich greift er, wenn er von Gott oder zu Gott spricht, zu erhabenen Worten, die sonst nicht in seinen Mund kommen. Gerade die antiken Sprachen aber haben schon aus sich und jetzt auch noch durch ihre objektive, feierliche Unveränderlichkeit eine Kraft und Würde, die von keiner lebenden Sprache erreicht werden. So eignen sie sich besonders zu einer sakralen Sprache. Ein Abglanz zeitloser Ewigkeit fällt durch sie auf die gottesdienstliche Handlung.

Dr. Odo Casel, Die Liturgie als Mysterienfeier, 1922, S.146 f.

Da stellt man sich doch folgende Fragen: Wieso gibt es nicht mehr viele von diesen »erleuchtenden Geistesmänner«? Will die Liturgie heute nicht mehr »Verehrung Gottes« sein? Wieso nimmt man der Liturgie ihr »großes Ansehen« und den »überirdischen Glanz«? Möchte man nicht mehr auf die Seele einwirken?

»Geheimnisvolle« Religion

Die ganze Quadragesima hindurch waren sie, wie wir schon gesagt haben, im Glauben und in der Sittenlehre unterwiesen worden. Gegen Ende der Vorbereitungszeit wären ihnen auch das «Vaterunser» und das Symbolum fidei, das Glaubensbekenntnis, anvertraut worden, die kein Profaner kennen darf, und die sie daher keinen mitteilen, ja nicht einmal aufschreiben durften, sondern auswendig lernen mußten. Das Wort «Symbolon» erinnert uns sofort an die geheimen Formeln der Mysterien, an denen sich die Eingeweihten erkannten, und der hl. Augustinus sagt uns auch (Sermo 214), daß an «dem Bekenntnis des Symbols wie an einer Lösung der gläubige Christ erkannt wird». Über die eigentlichen Mysterien aber, d.h. die großen liturgischen Einweihungsriten mit ihrer wunderbaren Gnadenwirkungen, war ihnen nichts gesagt worden. Denn Uneingeweihten davon zu sprechen wäre eine Profanation, und außerdem kann über sie nichts verstandesmäßig gelernt werden: sie muß man erfahren und erleben.

Dr. Odo Casel O.S.B., Die Liturgie als Mysterienfeier, 1922, S.84

Nicht so viel reden – einfach machen und wirken lassen – Super! 😉

Hl. Agnes von Rom

Patronin der Verlobten
Mosaik eines unbekannten Meisters, Ravenna, 6. Jahrhundert

Mosaik eines unbekannten Meisters, Ravenna, 6. Jahrhundert
Ökumenisches Heiligenlexikon

Allmächtiger ewiger Gott, Du erwählest Schwaches in dieser Welt, um Starkes jeder Art zu beschämen; da wir nun das Fest Deiner hl. Jungfrau und Martyrin Agnes feiern, gewähre gnädig, daß wir an uns die Macht ihrer Fürsprache bei Dir erfahren. Durch unsern Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir lebt und herrscht in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.*

 

This is a virgin’s birthday; let us then follow the example of her chastity. It is a Martyr’s birthday; let us then offer sacrifices. It is the birthday of the holy Agnes; let men then be filled with wonder, little ones with hope, married women with awe, and the unmarried with emulation. But how shall I set forth the glory of her whose very name is an utterance of praise? It seemeth to me that this being, holy beyond her years, and strong beyond human nature, received the name of Agnes, not as an earthly designation, but as a revelation from God of what she was to be. For this name Agnes is from the Greek, and being interpreted, signifieth Pure. So that this saintly maiden is known by the very title of Chastity and when I have added thereto the word Martyr, I have said enough. She needeth not the praise which we could utter, but do not. None is more praiseworthy than she for whose praise all mouths are fitted. As many as name her, so many praise her, by the noble title of martyr.**

 

Ora pro nobis!

*Oration der heutigen Messe
**4. Lesung der Matutin (Divino Afflatu), Hl. Ambrose, Bischof von Milan, Bk. i. Chap. 2.

„Heimatfest der Liturgie“

O God, who together with the keys of the kingdom of heaven didst bestow on thy blessed Apostle Peter the pontifical power of binding and loosing, grant that by the aid of this intercession, we may be released from the bonds of our sins.*

1929 begann man am heutigen Tag das Fest „Petri Stuhlfeier zu Rom“, welches in der Reform 1960 gestrichen bzw. mit dem Fest des „Pontifikats Petri“ am 22. Februar zusammen gelegt wurde. 

Folgendes Zitat gibt ein paar Gedanken des damals begangenen Festes wieder, die mMn an Aktualität nicht verloren haben. 

Das heutige Fest hat für unser liturgisches Mitleben eine Bedeutung. Sind wir uns bewußt, daß unsere ganze Liturgie eigentlich eine stadtrömische ist? Wir feiern zum größten Teil stadtrömische Heilige, wir feiern die Kirchenweihen stadtrömischer Gotteshäuser; ja im Stationsgottesdienst führt uns die Liturgie zirka hundertmal im Jahr in die römische Stadt, um dort mit dem Bischof von Rom die Meßfeier zu begehen. Nun kommt es darauf an, daß wir uns seelisch eingliedern können, daß die römische Kirche wirklich unser heimatliches Bistum werde. Wenn wir dies zustandebringen, dann wird uns die römische Liturgie zu einem Stück von unserem Herzen. So verlangt es die gegenwärtige Entwicklung der abendländischen Liturgie. Es hätte ja anders kommen können; wenn die Liturgie in der Linie der ersten drei Jahrhunderte geblieben wäre, dann hätten vielleicht wir Deutsche ein eigenes Patriarchat mit einer deutschen Liturgie; dann wäre es für uns leichter gewesen, uns einzufühlen; doch wir müssen mit dem Gegenwärtigen rechnen; da gilt es, sich eins zu fühlen mit der römischen Kirche, wir sind Glieder der römischen Gemeinde; unsere Heimatkirche weiter sich oft zu einer römischen Kirche und wir feiern mit dem römischen Bischof die hl. Mysterien… So wird uns die römische Liturgie vertraut. – Welcher Unterschied besteht zwischen dem heutigen Fest und dem Fest Peter und Paul? Dort feiern wir den Apostel und ersten Stellvertreter Christi, den Papst der Weltkirchenrates, heute aber feiern wir den Bischof der römischen Kirche, in die wir eingegliedert sind.

Es ist also eine Art Heimatfest unserer römischen Liturgie.**

* Tagesgebet des Festes nach den Rubriken „Divino Afflatu“, 1920
** Prof. Dr. Pius Parsch, Das Jahr des Heiles 1929, S.223 f.

Hl. Thomas (Apostel)

Patron für gute Heirat
Andrea del Verrocchio: Der zweifelnde Thomas mit Christus, Bronzestatue, 1476 - 83, an der Kirche Or San Michele in Florenz, Ökumenisches Heiligenlexikon

Andrea del Verrocchio: Der zweifelnde Thomas mit Christus, Bronzestatue, 1476 – 83, an der Kirche Or San Michele in Florenz, Ökumenisches Heiligenlexikon

 

Wir bitten Dich, o Herr: laß uns frohlocken bei der Festfeier Deines hl. Apostels Thomas, auf daß wir immerdar durch seinen Beistand ermutigt werden und mit gebührendem frommem Eifer seinem Glauben nachstreben. Durch unsern Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir lebt und herrscht in der Einheit des Heiligen Geistes, Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.*

 

* Kollekte vom Fest, Rubriken von 1960

Es wird mal wieder Zeit für ein paar schöne Worte…

In diesem Zusammenhang gehört es auch, daß das Verbum bara im Alten Testament zwei – und nur zwei – Bedeutungen hat. Es bezeichnet einerseits den Vorgang der Schöpfung der Welt, das Scheiden der Elemente, das aus Chaos Kosmos werden läßt; es bezeichnet zum anderen den Grundvorgang der Heilsgeschichte, das heißt die Erwählung und die Scheidung von rein und unrein, als das Hervorbringen der Geschichte Gottes mit den Menschen und so die geistige Schöpfung, die Schöpfung des Bundes, ohne den der geschaffene Kosmos ein leeres Gehäuse bliebe. So stehen Schöpfung und Geschichte, Schöpfung, Geschichte und Kult in einem Wechselverhältnis: Schöpfung wartet auf den Bund, aber der Bund vollendet die Schöpfung und bewegt sich nicht neben ihr. Wenn aber der Kult – recht verstanden – die Seele des Bundes ist, dann heißt dies, daß er nicht nur den Menschen rettet, sondern die ganze Wirklichkeit in die Gemeinschaft mit Gott hineinziehen soll.

 
 

Joseph Ratzinger – Der Geist der Liturgie, Herder-Verlag, 2000, S.23