Muttergottes

Aus der Post


Neben dem üblichen Informationsblatt der Petrusbruderschaft lag diesem zusätzlich noch ein kleines Heftchen über Amoris Laetitia von Weihbischof Athanasius Schneider bei. Ich bin nicht ganz sicher ob dies nur die gedruckte Variante des Kommentars aus dem Internet ist oder wirklich was neu geschriebenes… 

Außerdem kam mal wieder Post vom Kloster Engelport, welches zum Institut Christus König und Hohepriester gehört – Inklusive eines kleines Andenkbildchens mit Gebet: 

O Maria, Mutter vom guten Rat,
du Ausspenderin aller Gnaden,
du Zuflucht aller Armen!
Dein Rat kann das Schlimmste zum Guten wenden und deine erbarmende Liebe stößt keinen Sünder zurück.
Blicke auf unsere Ratlosigkeit und
erbitte für uns in Fülle die Gabe des Rates
vom göttlichen Tröstergeist.
Hab Mitleid mit unserer Hilflosigkeit
und wende alles zum Besten.
Denn du, o Mutter vom guten Rat,
hast noch keinen ohne Hilfe gelassen,
der voll Vertrauen zu dir gerufen hat.

Ich wünsche allen herrliche, unvergessliche Sommermonate und das das Vertrauen zur Muttergottes stetig wachsen möge. 🙂

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Ungeschriebenes… und ein Marienlied!

Nicht nur auf hiesigem Blog lässt sich eine gewisse Stille nicht leugnen… Viele Blogs verbreiten in den letzten Wochen eine gewisse Ruhe. Wo früher täglich, manchmal sogar mehrmals täglich Beiträge erschienen, reicht es nun einmal die Woche vorbeizuschauen.

Nach ein bisschen hin- und herüberlegen kam ich für mich zu dem Schluss, dass ich das gar nicht schlecht finde. Die Stille sagt gerade vielleicht mehr, als jedes geschriebene Wort. Welche Gründe auch jeder Schreiber haben mag im Moment weniger „zu Papier“ zu bringen – Ich bin gerade sehr dankbar dafür.

Das Leben, die täglichen Kleinigkeiten, unser ganzer Alltag ist so laut, so voll gepackt, so voll geschrieben – wie schön ist es doch dann, für jeden einzelnen, wenn man einfach mal nur für sich selbst mit Gott alleine ist? Wenn man die Zeit, die einem bleibt, auch mal in Stille verbringen kann und nicht alles kommentieren muss.

Und wenn dann hin und wieder tolle Beiträge kommen, die mit Mühe und wirklicher Bedeutung geschrieben wurden, ist das doch mehr Wert, als jeden Tag nur irgendetwas zu bekommen. 🙂

 

In der Messe heute haben wir ein ganz wunderbares Lied zur Maiandacht gesungen, welches mich sehr berührt hat und welches ich deswegen heute auch gerne mal wieder teilen möchte.

Es blüht der Blumen eine auf ewig grüner Au
wie diese blühet keine, so weit der Himmel blau
Wenn ein Betrübter weinet, getrößtet ist sein Schmerz
Wenn ihm die Blume scheinet ins leidenvolle Herz

Und wer, vom Feind verwundet, zum Tode niedersinkt
von ihrem Duft gesundet, wenn er ihn gläubig trinkt
Die Blume, die ich meine, sie ist euch wohl bekannt
die fleckenlose, reine Maria wird genannt

Maria ist’s, die süße, die Lilie auserwählt
bis ich von Herzen grüße, bis sich der Geist vermählt
Maria ist’s, die reine, die also lieblich blüht
dass in so lichtem Scheine der Rosen keine blüht

PS: Mangels eines schönes Marienaltars der kürzlich besuchten Kirchen, leider ein unbebildeter Beitrag… Ich hoffe ich entdecke mal noch einen, den es sich zu fotografieren lohnt!

Vor 158 Jahren…

…erschien der hl. Bernadette an der Grotte Massabielle zum ersten Mal die Muttergottes.Rosary

„In the fourth year from the dogmatic definition of the immaculate Conception of the blessed Virgin, at the bank of the river Gave near the town of Lourdes of the diocese of Tarbes in France, the Virgin herself in a bend of the rock above the grotto of Massabiele, often shewed herself to a certain girl, called in the vernacular tongue Bernadette, indeed most poor but noble and pious, to be seen. The immaculate Virgin appeared with a young and kind appearance, clothed with a white garment and white veil, and girt with a blue girdle; she adorned her bare feet with a golden rose. On the first day of the apparition, which was the eleventh of February in the one thousand eight hundred fifty-eighth year, she taught the girl the sign of the cross to be duly and piously made, and she incited her, by her example, to the recitation of the sacred rosary, turning over with her hand the chaplet, which before was hanging down from her arm: which she supplied also in the other apparitions.“

4. Lesung der Matutin, Divino Afflatu

[Gedankenpalast] Marienverehrung

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Aus einer Kirche in München…

Ein wenig aufgewühlt von den Beiträgen und theologischen Spitzfindigkeiten auf den Nachbarblogs (hier und da), hinterfragte ich heute morgen erneut, ob und inwiefern man ein »richtiges« Marienbild haben kann und wie und ob mein persönliches Marienbild »angemessen« sei.

Vor einiger Zeit erzählte ich jemanden, dass ich das Gefühl habe, dass es doch falsch sei, dass ich im Alltag mehr den Beistand der Muttergottes erflehe, sie mehr um Dinge bitte und öfter den Rosenkranz betete als das Vater Unser (vereinfacht ausgedrückt, natürlich beinhaltet ja jeder Rosenkranz auch mehrere Vater Unser). Ich fragte um Rat, und bekam als Antwort, dass das „anfangs schon okay“ sei. Mit der Zeit würde sich das sicher ausgleichen.

Wie sieht es nun aus? Ich würde tatsächlich sagen das es sich etwas angeglichen hat – Jedoch aus falschen Gründen. Aus schlechtem Gewissen, schieb ich jedem „Mariengebet“ ein Gebet an die Trinität hinterher… Am Abend hat es sich nun immerhin eingebürgert, die drei „Ave Marias“ erst anschließend zu beten. Doch ganz allgemein im Alltag – Kommt für mich immer noch als erstes in den Sinn Zuflucht bei Unserer Lieben Frau zu suchen.

Mein Freund und Mitbewohner, der zwar selbst als Kind Messdiener war, kann mit „Maria und Heiligen“ jedoch wenig anfangen. Ihm fehlt schlicht das Wissen (und vielleicht der Glaube daran), was genau das eigentlich soll, mit Seligen, Heiligen, Maria – „Wozu brauche ich Fürsprecher und mach die Dinge nicht direkt selbst mit Gott aus?“

Warum erwähne ich das?

Nun, ich frage mich erneut, ab wann ist zu viel zu viel? Und wann zu wenig? MUSS ich als Katholik zwingend die Hilfe von Heiligen und Maria annehmen? Wie weit muss ich mich als Laie mit theologischen Grundsätzen und Fragestellungen auseinandersetzen, muss ich das überhaupt? Bin ich dazu, ohne fundiertes Hintergrundwissen und passenden wissenschaftlichen Methoden, welche man sich doch (hoffe ich) im geisteswissenschaftlichem Studium aneignet, überhaupt fähig? Mit meinem „Außerordentliche Behauptungen verlangen außerordentliche (empirische) Beweise“-Studium komm ich hier wohl nicht sehr weit. Wäre es aber eben nicht sinnvoll einige Dinge, gerade was grundsätzliches angeht, sich wirklich selbst anzueignen, anstatt es einfach nur zu „lesen und glauben“?

Die Diskussion über die „Co-Redemptrix“ Mariens zeigte mir deutlich wie wenig Ahnung ich hab. Klar, das ist nicht schlimm, man kann ja nicht immer alles wissen und deshalb werden solche Beiträge ja (auch) geschrieben. Das sich in mir dadurch irgendwelche Grundsatz-Gedanken und innerliche Diskussionen über die Marienverehrung an sich ergeben, war von den Schreibern wohl nicht beabsichtigt.

Ich befürchte nur leider, das mir meine Fragen niemand genau beantworten wird können. Das es ein „für sich selbst“ herausfinden ist. Man kann die Marienverehrung, oder überhaupt die Verehrung von Heiligen wohl nicht nach „Schema F“ lernen und anwenden. Es gibt keinen Leitfaden, keine Richtlinien. Beschwert man sich doch sonst so häufig, dass man so vieles in der katholischen Kirche und im Glauben vorgeschrieben bekommt, habe ich das Gefühl, dass da wo ich gerne eine Vorgabe hätte einfach Nichts ist.

Ich weiß nicht ob mein Marienbild angemessen ist. Ich weiß ja nicht mal ob ich es so nennen darf, wenn ich es nicht belegen kann… Ich glaube jedoch daran, dass Maria, als unserer aller Mutter uns nicht »im Stich lässt«, wenn wir sie brauchen und sie etwas tut, wenn wir sie darum bitten und es der Vorsehung Gottes entspricht.

Ob nun Miterlöserin oder nicht – Müssen wir uns darüber wirklich streiten? Diskussionen, die sich im Kreis drehen, weil doch jeder auf seinem Standpunkt stehen bleibt, gibt es doch schon genug… Ich denke nicht, dass die Muttergottes möchte, dass man sich wegen solch weltlicher (Ehren)Titel und Bezeichnungen entfremdet – Welche Bedeutung haben diese denn noch in der Ewigkeit? 😉

Ich dachte nicht das es ein solch langer Beitrag wird… Und das so früh am Morgen!

Zum Ende des Oktavtages…

Maria Knotenlöserin, St. Moritz, Augsburg

Maria Knotenlöserin (eingerahmt von den Stadtpatronen Hl. Ulrich & Hl. Afra), St. Peter am Perlach, Augsburg

Salve, Ragina,
mater misericordiae;
vita, dulcedo
et spes nostra, salve.
Ad te clamamus, exsules filii Evae.
Ad te suspiramus, gementes et flentes
in hac lacrimarum valle.
Eia ergo, advocata nostra,
illos tuos misericordes oculos ad nos converte.
Et Jesum, benedictum fructum ventris tui,
nobis post hoc exsilium ostende.
O clemens, o pia, o dulcis Virgo Maria.

Aus der Dogmatische Bulle Ineffabilis Deus unseres Hl. Vaters Pius IX zur Erklärung des Dogmas der Unbefleckten Empfängnis (8. Dezember 1854)

Darum wählte er von Anfang an und vor aller Zeit schon für seinen eingeborenen Sohn eine Mutter aus, und bestimmte, dass er von ihr in der seligen Fülle der Zeiten als Mensch geboren werden sollte; ihr wandte er mehr als allen anderen Geschöpfen seine besondere Liebe zu und fand an ihr allein sein höchstes Wohlgefallen. So überhäufte er sie weit mehr als alle Engel und Heiligen mit einer Fülle himmlischer Gnadengaben, die er aus der Schatzkammer seiner Gottheit nahm, begnadete sie so wunderbar, dass sie allzeit frei blieb von jeder Makel der Sünde, dass sie ganz schön und vollkommen wurde und eine solche Fülle von Reinheit und Heiligkeit besaß, dass man, außer in Gott, eine größere sich nicht denken kann und dass niemand außer Gott sie begreifen kann.

Und es war auch ganz entsprechend, dass sie stets im Glanze vollkommenster Heiligkeit strahlte, dass sie sogar frei blieb von der Makel der Erbsünde und so über die alte Schlange einen vollen Sieg errang, sie, die verehrungswürdige Mutter, der Gott Vater seinen einzigen Sohn, der aus seinem Schoße ihm wesensgleich hervorgeht und den er liebt wie sich selbst, voll und ganz anvertrauen wollte. So sollte auf Grund natürlicher Bande ein und dieselbe Person das gemeinsame Kind Gott Vaters und der Jungfrau werden. Der Sohn selber aber erwählte sich diese Mutter und der Heilige Geist wollte und bewirkte, dass der von ihr empfangen und geboren wurde, aus dem er selbst hervorgeht.[…]

Diese Unsere Worte sollen vernehmen die Uns so teuern Söhne der katholischen Kirche; sie sollen fortfahren mit stets glühenderem Eifer der Frömmigkeit, der Liebe und Hingabe die seligste Gottesgebärerin und Jungfrau Maria, die ohne Makel der Erbsünde empfangen wurde, zu verehren, anzurufen und anzuflehen; sie sollen zur süßen Mutter der Barmherzigkeit und Gnade in jeglicher Gefahr, Angst und Not ihre Zuflucht nehmen und in Zweifeln und Furcht mit allem Vertrauen sich ihr nahen. Keine Furcht und kein Zweifel braucht den zu schrecken, den sie leitet, über dem sie schwebt, dem sie gnädig ist und den sie beschützt. Zweifellos ist sie von Mutterliebe gegen uns erfüllt, sie sorgt für unser Heil und ist für das ganze Menschengeschlecht besorgt. Sie ist gesetzt vom Herrn als Königin des Himmels und der Erde, über alle Chöre der Engel erhaben und über alle Heiligen und steht zur Rechten ihres eingeborenen Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus. Wenn sie ihn mit ihren mütterlichen Bitten bestürmt, so hat sie Erfolg; sie findet, was sie von ihm zu erlangen sucht, und ihre Wünsche bleiben nicht unerfüllt.

Das Licht des katholischen Glaubens beginnt zu leuchten

Maria ist immer der Maßstab der religiösen Gesundheit eines Katholiken und der Rechtgläubigkeit eines Theologen. Am Verhältnis zu Maria lässt sich meistens auch das Verhältnis zu Christus und den Dogmen ablesen.
So, wie sich der Mensch nach der Mutter sehnt, sehnt sich der Katholik nach der Gottesmutter. Schon die frühe Kirche hat Marinefeste eingeführt und der Gottesmutter eigene Titel wie die Gottesgebärerin zuerkannt. Im Zeitalter der Frauenbewegung ist die Verehrung der Muttergottes darum das denkbar Zeitgemäßeste. Gott hat sein Konzept des neuen Menschen zuerst an einer Frau >ausprobiert<. Dass der erste erlöste Mensch weiblich ist, ist ein Clou in der Religionsgeschichte.
Die Unbefleckte Empfängnis Martens steht am Anfang der neuen Schöpfung. Gott beginnt seine Schöpfung mit einer Frau ein zweites Mal. Dass der zweite Anlauf nicht mit einem Mann beginnt, hat eine gewisse Dynamik für unsere Zeit und auch für das Bild der Gottesmutter. Maria lässt sich nicht auf ein Attribut reduzieren. Die Christen verehren die Mutter Jesu nicht nur als demütige Magd, sondern auch als Königin und Schutzfrau. Maria ist eine lebendige Persönlichkeit mit vielen Facetten […]. Die Gottesmutter ist immer größer als unser Blick auf sie. Das gilt auch für die Glaubensaussagen über sie. Wer einen Glaubenssatz isoliert, steht schon in der Verengung. Dass Maria Jungfrau und Mutter ist, lehrt uns, dass im religiösen Bereich die Gegensätze, die wir von unserer Geschöpflichkeit her kennen, in dieser Form nicht mehr existieren. Mutter und Jungfrau ist genauso leicht oder schwer zu glauben wie der Satz: Gott ist gleichzeitig absolut barmherzig und absolut gerecht. Auch diese beiden Eigenschaften gehen im menschlichen Leben nicht zusammen. […]
Maria führt zu Christus — und wo Maria zu Christus führt, ereignet sich im authentischen Sinn des Wortes Kirche.

Wilhelm Imkamp, Sei kein Spießer, sei katholisch!, S.103 ff.