Predigt

Die Liebe im Leben

Reminíscere miseratiónum tuarum, Dómine,
et misericórdiæ tuæ, quæ a saeculo sunt:
ne umquam dominéntur nobis inimíci nostri:
líbera nos, Deus Israël,ex ómnibus angústiis nostris.

Introitus

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Abtei Marienstatt, Streithausen

Da ich neulich so viel über die neue Messe gemeckert habe, ist es nur fair, wenn ich auch mal was nettes sage. Heute, im lateinischen Choralamt des nahegelegenen Zisterzienserklosters, war die Messe, bis auf 1,2 Kleinigkeiten, wirklich ganz in Ordnung!
Es gab sogar zwei Lesungen (das muss man ja auch mal erwähnen) und auch die Predigt war heute sehr… ergreifend.
In Bezug zum Evangelium, welches heute zumindest inhaltlich in alter und neuer Messe gleich war, zitierte der Priester jemanden (ich weiß leider nicht mehr wen) folgendermaßen:

Wenn ihr nicht liebt, dann lebt ihr nicht. Aber wenn ihr liebt, dann töten sie euch

Ein schönes Zitat, dass vieles in sich trägt.

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Eine Predigt, die Fragen aufwarf…

Heute Morgen war es mal wieder so weit – Neue Messe. Auch wenn ich wenig davon begeistert bin, war ich heute wirklich bereit dem ganzen noch einmal irgendwie ein Chance zu geben… Und am Anfang war ich auch noch ganz guter Dinge. Sogar das Confiteor wurde anfangs gesprochen!
Lesung und Evangelium waren vorbei und der Priester vorne begann seine Predigt. Gerechnet hab ich mit irgendetwas bezugnehmend zum Evangelium, Wundern, erstes Auftreten unseres Herrn etc. Predigtthema war dann jedoch die kommende Gebetswoche zur Einheit der Christen.
Er berichtete davon verschiedene Liturgien besucht zu haben – russisch-orthodoxe, koptische und eine Diaspora-Pfarrei. Und wie nicht anders zu erwarten war das große Überthema Ökumene.

Bis zu einem gewissen Punkt hab ich dem Priester vorne wirklich zugestimmt und war beeindruckt – An dem Punkt, an dem es dann aber hieß, wir sollten doch die Rechtgläubigkeit der anderen Christen gut heißen und nicht darauf bestehen bleiben, dass sie sich von uns getrennt haben, sondern viel mehr alle eins werden ohne auf die Unterschiede zu achten… Ich hab mich wirklich gefragt, ob es noch Sinn macht länger dort zu bleiben. Es gäbe doch schon immer Unterschiede in der Liturgie innerhalb der Kirche – Wieso dann nicht auch geeint mit Protestanten? Das seien doch nur theologische Spitzfindigkeiten die uns trennten… Am Ende sei es doch egal ob wir katholisch, evangelisch oder orthodox seien. Wir sollten darauf schauen was wir gemeinsam haben und nicht darauf was uns trennt.

Tja. Lassen wir das einfach mal so stehen. Worauf ich nämlich eigentlich hinaus möchte sind meine Gedanken und Fragen, die sich daran angeschlossen haben und seit dem in meinem Kopf rumgeistern. Ich schreibe sie einfach mal auf, vielleicht kann mir ja jemand die Fragen beantworten: Ist der geweihte Priester da vorne denn überhaupt noch katholisch? Gibt es wirklich eine Konsekration? Darf man daran überhaupt zweifeln, ob eine Wandlung stattgefunden hat? Wenn ich persönlich nicht mehr das Gefühl habe, dass da vorne jemand steht, der seinen Auftrag noch ernst nimmt, muss ich dann objektiv trotzdem an die Wandlung glauben? Ist das wieder nur so ein „subjektiv-objektiv“-Ding, bei dem es eigentlich egal ist, was ich selbst davon halte?

Ich finde es schon ein wenig bedrückend, dass ich aus einer Messe kam, bei der ich mich fragen musste, ob ich nun einem Messopfer beigewohnt habe oder nicht. Das sollte doch nicht passieren, oder?