Spiritualität

Die Naturen des Lebens

In der natürlichen Ordnung kann das Samenkorn, dass in der Eichel enthalten ist, keine Eiche werden, wenn es nicht die Natur der Eiche hat, wenn es nicht, wenn auch verborgen, das gleiche Leben enthielte. Ein kleines Kind könnte kein erwachsener Mensch werden, wenn es nicht eine vernunftbegabte Seele hätte, wenn nicht die Vernunft in ihm schlummerte. Ebenso könnte ein irdischer Christ kein Seliger des Himmels werden, wenn er nicht in der Taufe das göttliche Leben empfangen hätte.

Und wie man die Natur des in der Eichel verborgenen Samenkorns nur in seinem vollendeten Zustand, in der Eiche, erkennen kann, so kann man auch das Gnadenleben nur in seiner letzten Entfaltung, in der ewigen Herrlichkeit, in seiner Vollendung erkennen.[…]

Im Grunde ist es das gleiche übernatürliche Leben, die gleiche heiligmachende Gnade und dieselbe Liebe, mit zwei Unterschieden. Hienieden erkennen wir Gott auf übernatürliche und unfehlbare Weise nicht in der Klarheit der Schau, sondern in der Dunkelheit des Glaubens; um so mehr hoffen wir, ihn einmal auf unverlierbare Weise zu besitzen.

Réginald Garrigou-Lagrange OP, Die drei Bekehrungen und die drei Wege, 1948, S.14

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Das innere Gebet

Vor ungefähr 12 Wochen, als ich ernsthafte Gespräche zum Thema Glaube, Gott und Gebet suchte, schrieb man mir zum Thema Kontemplation dies:

„Letztlich läuft es darauf hinaus, dass die innere Unterhaltung, die man führt, mehr und mehr eine Unterhaltung mit Gott wird. Dass er der erste Gesprächspartner in unserem Leben wird.“

Schon damals fand ich das genau das die Quintessenz ist. Aber auch noch oder gerade heute finde ich, das es wichtig ist, sich eben dies Tag für Tag aufs Neue vor Augen zu führen und es nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Den Tag mit Gott zu verbringen und nicht vor sich hinzuleben und ihm am Ende nur davon zu berichten.

Ich danke Dir vielmals für Deine Worte.

Was wir nicht vergessen sollten…


Vor längerer Zeit hab ich mir ein neues Hobby zugelegt: Handlettering heißt es, und ist für alle die, die nicht unbedingt mit der Zeichengabe beschenkt sind, eine nette Möglichkeit trotzdem ein wenig Kreativität auszuleben.

Mir gefällt es ohnehin Zitate, Sprüche oder einfach wichtige Gedanken festzuhalten.

Und so entstand heute ein kleines Mini-Lettering auf der Arbeit. Denn wir sollten nie vergessen dankbar zu sein. 🙂

Die Freude als Herzstück des Glaubens

Wichtiger als alle Informationen oder intellektuellen Argumente, die ich von Chesterton erhalten habe, ist ein neuer, »romantischer« Blick auf meinen Glauben, den er mir eröffnet hat. Heidnische Tugenden wie Gerechtigkeit und Mäßigung sind ihm zufolge die traurigen Tugenden. Die christlichen Tugenden des Glaubens, der Hoffnung und der Barmherzigkeit sind dagegen erfüllt von Fröhlichkeit und Jauchzen.

Jede von ihnen hat etwas Waghalsiges an sich: »Christliche Nächstenliebe heißt etwas verzeihen, was unverzeihlich ist, sonst wäre sie gar nicht erst eine Tugend. Hoffnung heißt hoffen, wenn alles hoffnungslos ist, sonst wäre sie keine Tugend. Und Glaube heißt das Unglaubliche glauben, sonst wäre auch er keine Tugend.«

Ich erkannte, dass mein eigener Glaube zu einer verkniffenen, ingrimmigen Übung in spiritueller Disziplin geworden war, zu einem Gemisch aus Askese und Rationalismus. Die Freude war auf der Strecke geblieben. Chesterton gab mir ein Gefühl von Romantik zurück, einen Durst nach den fröhlichen, jauchzenden Tugenden. »Verzweiflung«, erklärte er, »besteht nicht darin, dass man das Leidens überdrüssig ist, sondern dass man die Lust an der Freude verloren hat.«

Philip Yancey, Nachwort zu G.K. Chesterton – Orthodoxie – 2. Auflage 2015

Auferstehung am Morgen

Vor einigen Monaten hat die liebe Theresia von Vias Vitae einen kurzen Beitrag zum Thema „Auferstehung am Morgen“ gepostet. Da ich darüber in den letzten Tagen besonders nachgedacht habe und es zusätzlich ein wichtiger Gedanke ist, möchte ich ihn einfach noch einmal teilen. 🙂

Ich habe einmal von einem Mönch gehört, was es für ihn bedeutet, morgens aufzustehen. Er sei jeden Morgen Gott dankbar dafür, nach der Nacht aufstehen zu können und sieht das konkret körperliche morgendliche Aufstehen in Analogie zu Christi Auferstehung.
Das passt auch zur Deutung der Nacht als Vorgriff auf den Tod – nicht umsonst ist das “Nunc Dimittis” ein Teil des Nachtgebets der Kirche, das “Sterbegebet” des greisen Simeon, nachdem er Jesus, seinen Heiland, gesehen hat.
Ich fand diesen Gedanken sehr schön und versuche mehr schlecht als recht, allmorgendlich Gott dafür zu danken, aufwachen und aufstehen zu können.

Vielleicht kann das eine kleine Anregung für “Glaube im Alltag” auch für andere sein.

Musikalisches

Zum Fest der Hl. Birgitte am 08. Oktober hat man mich mit diesem Laudeshymnus aus dem Eigenritus des Erlöserordens bekannt gemacht.

Das erste Mal, das ich bei einer Vertonung sagen konnte das sie mir wirklich gut gefallen hat… und die ich selbst jetzt hin und wieder nutze um Ruhe zu finden (und anschließend den Rosenkranz zu beten). 🙂

Den entsprechenden (und übersetzten) Text gibts hier. 

Inspiration des Tages

Jesus spricht:

Stelle dich auf den Standpunkt,
dass du aus keinem anderen Grund mehr
auf dieser Erde bist,
als um mit mir das Leben zu leben,
das ich mit dem Vater
und dem Heiligen Geist
in dir leben will.

Hieronymus Jaegen

Wenn man plötzlich das Gefühl hat Gott möchte einen etwas mitteilen, er lenkt die Aufmerksamkeit auf Etwas ganz bestimmtes – Dann ist es das Wert sich damit zu beschäftigen.